(Foto: SSI)
Lifestyle
Schweiz|11.10.2018

Luxuswasser-Boom: Ist unser ­Leitungswasser nicht mehr gut genug?

Wasser von den Fijis oder Gletscherwasser aus Norwegen: Wasser mit dem gewissen Extra liegt im Trend. Warum trinken Sie kein Leitungswasser mehr?

(Foto: SSI)

Wasser von den Fijis oder Gletscherwasser aus Norwegen: Wasser mit dem gewissen Extra liegt im Trend. Warum trinken Sie kein Leitungswasser mehr?

Wieso greift man eigentlich zu Wasser aus der Flasche, wenn man zu Hause Zugang zu frischem und gutem Leitungswasser hat? Mineralwasser zum Beispiel ist mittlerweile Teil jedes Getränkelagers daheim, die Schweizer trinken jährlich ca. 689 Millionen Liter davon. Für ein sprudelndes Getränk zwischendurch ist das mineralisierte Nass ja ideal. Bei stillem Mineralwasser ist es aber weniger ersichtlich, warum man Leitungswasser durch das Flaschenwasser ersetzt.

Wasser für mehrere Hundert Franken
Ein ganz anderer Trend im Wasserhandel ist der Griff zum Luxuswasser. Bekannteste Vertreter sind das Wasser von den Fiji-Inseln oder Wasser der Marke Voss, die Gletscherwasser aus den norwegischen Bergen anbietet. Die häufig als Quellwasser vermarkteten Wässerchen sollen aufgrund ihrer Herkunft, durch die spezielle, lokale Beschaffenheit des Bodens und andere Einflüsse besonders reich an Mineralien und somit besser als herkömmliches Leitungs- oder Mineralwasser sein. Während sich die Supermarkt-Luxuswässer, was den Preis angeht, noch in einem erträglichen Rahmen bewegen, gibt es im Sektor der Premiumwässer auch teure Hochkaräter: Für kanadisches Gletscherwasser aus der Eiszeit der Marke 10 Thousand BC zahlt man für einen Dreiviertelliter über 20 Franken, für eine Flasche eines der teuersten Wässer der Welt, genannt Kona Nigari, muss man mehrere Hundert Franken hinlegen. Aber warum greift man zu Wasser aus der Flasche? Mineral- und Luxuswässer werben damit, reicher an Mineralstoffen zu sein und besondere Qualitäten zu haben – und sollen somit gesünder und besser für den Menschen sein. Untersuchungen, etwa vom Verbraucherschutzmagazin «Konsument», zeigen aber, dass solche Wässer nicht besser sind als das Leitungswasser, vielfach spielt hier einfach geschicktes Marketing mit. Dasselbe lässt sich über «belebtes» Wasser, etwa das berüchtigte Eso-Wasser von Grander, behaupten. Nahrungsmittelriese Nestlé verkaufte in den USA sogar einfaches Grundwasser als «natürliches Quellwasser» – Etikettenschwindel at its best.

(pd)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Lifestyle
Schweiz|04.10.2018 (Aktualisiert am 04.10.18 09:57)
Der gepflegte Mann: So pflegen Sie Ihre Haut richtig
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.