Beim Pilzsammeln ist nicht nur darauf zu achten, dass man sie von einer Kontrollstelle begutachten lässt, sondern auch, dass beim Pflücken keine unnötigen Schäden bei den umliegenden Artgenossen angerichtet werden. (Foto: SSI)
Vermischtes
Liechtenstein|19.10.2018

Der Schein trügt: Pilzsammler müssen Merkmale genau kennen

VADUZ - Aufgrund der warmen Oktobertage kommen Pilzsammler zurzeit voll auf ihre Kosten. Das Sammeln will jedoch gelernt sein, denn neben der Verwechslungsgefahr bei Pilzarten gibt es auch Vorschriften, die eingehalten werden müssen.

Beim Pilzsammeln ist nicht nur darauf zu achten, dass man sie von einer Kontrollstelle begutachten lässt, sondern auch, dass beim Pflücken keine unnötigen Schäden bei den umliegenden Artgenossen angerichtet werden. (Foto: SSI)

VADUZ - Aufgrund der warmen Oktobertage kommen Pilzsammler zurzeit voll auf ihre Kosten. Das Sammeln will jedoch gelernt sein, denn neben der Verwechslungsgefahr bei Pilzarten gibt es auch Vorschriften, die eingehalten werden müssen.

Grundsätzlich sind Pilzkolonien in Wäldern oder auf daran angrenzenden Wiesen vorzufinden. Wo genau man hierzulande aber fündig wird, möchte Sabine Gahr, Pilzfachfrau aus Schaanwald, gegenüber dem «Volksblatt» jedoch nicht verraten. Es sei viel spannender, wenn man sich selbst auf die Suche danach begeben könne. Fündig wird man allerdings mit ziemlicher Sicherheit, denn in Liechtenstein kommen etwa 2000 verschiedene Pilzarten vor. «Hier im Land gedeihen alle Arten, die für gewöhnlich im Alpenraum vorkommen», erklärt Gahr. Jedoch hätten es in der Zwischenzeit auch schon vereinzelt Pilzarten aus dem Mittelmeerraum zu uns heraufgeschafft. Das hängt höchstwahrscheinlich davon ab, dass das Klima in den vergangenen Jahren milder geworden ist.

Bestimmungen für «Pilzler»

Wie Sabine Gahr gegenüber dem «Volksblatt» erklärt, müssen beim Pilze sammeln die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Diese beinhalten beispielsweise die sogenannten Schutzfristen: «Jeden Monat ist es verboten, vom 1. bis zum 10. Pilze zu pflücken. So darf also generell nur vom 11. bis zum Monatsende gesammelt werden», betont Gahr. Dabei sind auch die Tageszeiten für die Sammelerlaubnis klar definiert. So darf täglich nur von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends «gepilzelt» werden. Pro Tag darf eine Person maximal 1 kg Edelpilze oder 2 kg Speisepilze sammeln.

Als Voraussetzung für einen guten «Pilzler» gilt laut Sabine Gahr folgender Grundsatz: «Man muss alle Merkmale kennen, die eine geniessbare Art von einer giftigen unterscheiden» Denn gerade im September habe sie bei einer Kontrolle einen giftigen Pilz unter vielen Steinpilzen gefunden. «Er wies keine Röhren sondern Lamellen auf und war in diesem Fall sogar ein giftiger Pilz», schildert Gahr. Pilze, die zu einer Kontrollstelle gebracht werden, sollten vor der Abgabe so gut wie möglich gesäubert werden. Auch die Art und Weise des Transports spielt eine Rolle. «Körbe eignen sich nach wie vor am besten als Transportmittel», meint Gahr, «Stoff- oder Papiertüten können aber auch verwendet werden» Es ist darauf zu achten, dass man beim Sammeln diejenigen Pilzarten die man kennt, von denen trennt, die man nicht kennt. Ist man sich bei einer Pilzart nicht sicher, reicht es völlig aus, wenn man ein einziges Exemplar zur Kontrolle bringt. Das verstünden viele Sammler falsch: «Viele Leute bringen massenweise Pilze zur Kontrolle, von denen sie keine Ahnung haben. Bringt man nur einen dieser Art, schont man die restlichen Pilze» Am besten sei es, wenn man Pilze mitsamt ihrem Stiel pflückt. Sabine Gahr rät davon ab, alte, schwammige oder schimmlige Pilze aufzunehmen.

Viele Leute bringen
massenweise Pilze zur
Kontrolle, von denen sie keine Ahnung haben.

Sabine Gahr

Besonders viele Steinpilze

Dieses Jahr sei laut Sabine Gahr ein Jahr des Steinpilzes. Ein schnelles, verbreitetes Wachstum von Pilzen wird durch gute Witterungsbedingungen begünstigt. Das weiss auch Pilzfachfrau Gahr: «Warmes und feuchtes Wetter ist optimal für das Wachstum. Davon hatten wir vor allem Anfang Herbst ja genug» Warum aber genau der Steinpilz dieses Jahr derart verbreitet ist, kann sie lediglich vermuten. Denn Pilzjahre haben keinen Rhythmus. Pilzarten gedeihen mal mehr, mal weniger.

(mw)

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