Margot Fausch (links) und Anica Richter (rechts) führen seit Februar dieses Jahres den Bioladen «Querbeet» in Vaduz. Viele der heimischen Produkte werden unverpackt angeboten. (Fotos: Michael Wanger)
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Liechtenstein|27.10.2018 (Aktualisiert am 27.10.18 10:31)

Zero Waste: Gesundes und bewusstes Einkaufen liegt im Trend

VADUZ - Seit Februar dieses Jahres stehen die Türen vom «Querbeet» in Vaduz, des ersten «reduziert-unverpackt-Ladens» in der Liechtenstein offen. Ein erstes Zwischenfazit zeigt, dass die Bioprodukte und die Vermeidung von überflüssigem und künstlichen Verpackungsmaterial gefragter sind denn je.

Margot Fausch (links) und Anica Richter (rechts) führen seit Februar dieses Jahres den Bioladen «Querbeet» in Vaduz. Viele der heimischen Produkte werden unverpackt angeboten. (Fotos: Michael Wanger)

VADUZ - Seit Februar dieses Jahres stehen die Türen vom «Querbeet» in Vaduz, des ersten «reduziert-unverpackt-Ladens» in der Liechtenstein offen. Ein erstes Zwischenfazit zeigt, dass die Bioprodukte und die Vermeidung von überflüssigem und künstlichen Verpackungsmaterial gefragter sind denn je.

Begonnen hat alles am 24. Februar 2018, als Anica Richter und Margot Fausch an der Zollstrasse in Vaduz den ersten «reduziert-unverpackt-Laden» Liechtensteins mit überwiegend Bio-Produkten eröffneten. Die Inspiration für die Eröffnung eines Ladens solcher Art, erhielten sie vor allem durch Anregungen von Freunden und Bekannten, welche das Bedürfnis nach gesunden und heimischen Produkten hatten. «Anfangs war das Geschäft völlig leer. Keine Möbel und keine Regale», schildert Anica Richter. «Die Einrichtungsgegenstände haben wir buchstäblich ‹querbeet› ausgewählt. So erhofften wir, dass das Geschäft am Ende nicht so steril wirkt», ergänzt ihre Geschäftspartnerin Margot Fausch.

Pionierarbeit geleistet

Wie Margot Fausch gegenüber dem «Volksblatt» erklärt, fällt die erste Bilanz nach acht Monaten überaus positiv aus: «Die Anzahl Kunden steigt immer weiter. Es hat sich gezeigt, dass ein Grossteil unserer Neukunden durch Weiterempfehlungen zu uns kommt.» Der grosse Erfolg hänge auch davon ab, dass der Laden «Querbeet» in der näheren Umgebung der einzige seiner Art ist. Weiter berichtet sie: «Kunden kommen inzwischen sogar schon von Flums zu uns.» Darüber hinaus bietet das «Lädeli» einen Ort der Begegnung für die Kunden, da der Suppentisch zum Austausch anregt. Im «Querbeet» gibt es täglich frisch zubereitete Bio-Gemüsesuppen, vorwiegend vegan, auch zum Mitnehmen. Leute aller Altersgruppen finden sich unter den Besuchern vom «Querbeet» wieder. Ebenfalls könne das Klischee, dass nur «grüngesinnte» Personen das Geschäft besuchen, aus dem Weg geräumt werden: «Unsere Kundschaft setzt sich aus den verschiedensten Personengruppen zusammen», stellt Fausch fest.

«Es hat sich gezeigt, dass ein Grossteil unserer Neukunden durch Weiterempfehlungen zu uns kommt.»

Margot Fausch, "Querbeet"

Ein Grossteil der Kunden bringt zum Einkauf die eigenen Gläser, Gefässe und Papiertüten zum Befüllen mit. Für spontane Kunden gibt es jedoch die Möglichkeit, Gefässe direkt im Geschäft auszuleihen oder die Lebensmittel in Papiertütchen mit nach Hause zu nehmen. «Kommt ein Kunde mit einem eigenen Behälter, wird dieser zuerst abgewogen, sodass wir im Anschluss wissen, welche Menge am betreffenden Lebensmittel verrechnet werden muss», beschreibt Anica Richter. Beim Befüllen selbst hilft dann meistens eine der beiden Ladeninhaberinnen persönlich. Das gilt besonders bei Neukunden.

So können Einkäufer im «Querbeet» aus einer Vielzahl von Bio-Produkten aus Liechtenstein und regionalen Erzeugnissen auswählen. Vor allem das Gemüse wird möglichst ausschliesslich aus dem Land bezogen. Deshalb ist die Verfügbarkeit gewisser Produkte eng an die jeweilige Saison gebunden. «Die Lieferanten aus dem Land kooperieren sehr gerne mit uns», bezeugt Margot Fausch im Gespräch mit dem «Volksblatt».

Kunden kaufen bewusster ein

Dass Bio-Produkte im Schnitt teurer sind als herkömmliche Lebensmittel, werde dadurch kompensiert, dass bei natürlichen Lebensmitteln Preis und Leistung übereinstimmen. Das erklärt Fausch wie folgt: «Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man viel schneller satt ist, wenn man Bio-Produkte konsumiert. Man bezahlt zwar etwas mehr, jedoch braucht man nicht mehr so viel und leistet einen wertvollen Beitrag zur eigenen Gesundheit.» Kunden seien gerne dazu bereit, für diesen Vorteil mehr zu bezahlen. Viele Personen begrüssen die Möglichkeit, kleiner dosierte Mengen als bei einem herkömmlichen Grossanbieter kaufen zu können. Dies betreffe vor allem Menschen, die alleine in einem Haushalt wohnen. Hinzu kommt, dass die Kunden die Möglichkeit haben, ihnen unbekannte Produkte degustieren zu können. «Etwas probieren zu dürfen macht Spass und erleichtert die Entscheidung für etwas Neues», sagt Anica Richter.

«Ich habe schon selbst die Erfahrung gemacht, dass man viel schneller satt ist, wenn man Bio-Produkte
konsumiert.»

Margot Fausch, "Querbeet"

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Das Prinzip eines verpackungsarmen Bioladens spreche laut Fausch praktisch alle Altersgruppen an. Während die ältere Generation sich daran erfreue, dass es wieder möglich ist, nach «alter Manier», also in einem überschaubaren Geschäft wie früher, einzukaufen, beschäftige die Jungen vor allem die Thematik der Vermeidung von unnötigem Verpackungsmaterial. «Querbeet» hatte schon einmal Besuch von einer ganzen Schulklasse: «Es freut uns sehr, dass sich die Landesschulen auch mit der Nachhaltigkeit beim Einkauf und der Ernährung auseinandersetzen», fügen die beiden Geschäftsführerinnen hinzu.

Weitere Infos finden Sie unter: www.querbeet.li

(mw)

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