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International|30.10.2018 (Aktualisiert am 30.10.18 09:08)

Amazon Go: Das Einkaufen der Zukunft?

Der Onlineversand Amazon testet zurzeit ein komplett neuartiges Prinzip des Einkaufens: Keine Kasse und somit auch keine Wartezeiten mehr. Die Realisierung dieser Innovation setzt jedoch eine Totalüberwachung voraus.

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Der Onlineversand Amazon testet zurzeit ein komplett neuartiges Prinzip des Einkaufens: Keine Kasse und somit auch keine Wartezeiten mehr. Die Realisierung dieser Innovation setzt jedoch eine Totalüberwachung voraus.

Das Funktionsprinzip der neuen Supermarktidee ist im Grunde genommen einfach zu erklären. Für einen Einkauf in einem Amazon Go braucht man lediglich das dazugehörige App und ein entsprechendes Guthaben. Mit einem QR-Code, der ebenfalls auf der App zu finden ist, erhält man bei den Zugangsschranken im Eingangsbereich des Supermarkts Zutritt. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Einkauf müssen die Produkte am Schluss nun nicht mehr an einer Kasse gescannt und bezahlt werden, sondern man kann das Geschäft ganz einfach verlassen. Wenige Minuten später erhält man per E-Mail die Rechnung und der Betrag wird automatisch vom Amazon-Guthaben abgebucht.

Die Technik hinter dem neuen Prinzip ist jedoch weitaus komplexer. Für einen reibungslosen Ablauf müssen in einem Supermarkt unzählige Kameras installiert sein, die zum einen jedes einzelne Produkt identifizieren, zum anderen den Weg eines jeden Kunden registrieren. Wird nun ein Produkt aus dem Regal genommen, werden diese automatisch auf die virtuelle Einkaufsliste gesetzt. Das gilt auch für Produkte, die frisch an einer Theke zubereitet werden. Diese werden dann einfach mit einem speziellen Muster versehen, sodass die Kameras auch dieses Produkt identifizieren können. Wird ein Produkt wieder zurückgestellt, aktualisiert sich die Einkaufsliste wieder von selbst. Trotz des hohen Grads der Überwachung betont Amazon, dass die Gesichtserkennung der Kunden nicht eingesetzt wird. Dennoch wird über das Kaufverhalten der Kunden eines Amazon-Go-Supermarkts Buch geführt. So kann das System neben den Kameras auch selbst Einschätzungen treffen, welche Produkte im Warenkorb landen werden.

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Doppelschneidiges Schwert

Die moderne Alternative bringt einige Vorteile mit sich. Lange Wartezeiten und -schlangen bleiben aus und auch Diebstahl ist nicht mehr möglich. Arbeitsplätze seien durch den digitalisierten Prozess ebenfalls nicht bedroht, denn für das Befüllen der Regale und die gute Kennzeichnung der Produkte müssen weiterhin Angestellte eingesetzt werden. Zu guter Letzt wirken Mitarbeiter auch beim Jugendschutz mit: Alkoholische Getränke müssen separat registriert werden. Somit soll verhindert werden, dass Minderjährige illegal Produkte kaufen können.
Neben all den positiven Punkten gibt es aber auch Aspekte, die Probleme mit sich bringen. Den grössten Faktor bildet dabei der drastische Eingriff in die Privatsphäre. Jede Bewegung, jede Auswahl und auch jedes Zögern vor einem Regal wird registriert. Bei einem herkömmlichen Einkauf wird zumindest eine gewisse Überwachung verhindert, sofern man bar bezahlt, obwohl auch bei Vorteilskarten insgeheim die Art der häufig gekauften Produkte ermittelt wird.

Ob sich das Prinzip von Amazon Go bewähren wird, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Bislang gibt es fünf Geschäfte, von denen sich drei in Seattle und zwei in Chicago befinden.

(mw)

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