Giulia Haas kommt ursprünglich aus Triesen. (Foto:ZVG/Andy Bitterer)
Kultur
Liechtenstein|07.11.2018 (Aktualisiert am 07.11.18 15:10)

Liechtensteinerin erobert die Bühnen Sachsen-Anhalts

Im Mai hat die 25-jährige Liechtensteinerin Giulia Haas ihre Ausbildung als Musicaldarstellerin an der "Stage School" in Hamburg abgeschlossen. Nun steht die Triesnerin in Sachsen-Anhalt auf der Bühne.

Giulia Haas kommt ursprünglich aus Triesen. (Foto:ZVG/Andy Bitterer)

Im Mai hat die 25-jährige Liechtensteinerin Giulia Haas ihre Ausbildung als Musicaldarstellerin an der "Stage School" in Hamburg abgeschlossen. Nun steht die Triesnerin in Sachsen-Anhalt auf der Bühne.

Schon als Kind wollte die Triesnerin Tänzerin werden. Trotzdem startete sie nach der Matura zunächst mit einem Studium an der Universität in Bern, was ihr aber nicht so gefiel. Als Giulia Haas an einem Musical-Workshop in Zürich teilnahm, welcher von der grössten deutschen Musicalschule «Stage School» organisiert war, wurde ihr Kindheitstraum wieder geweckt. Als sie an der Schule aufgenommen wurde, gab es für Haas kein Zögern mehr, sie packte ihren Koffer und die Gitarre und machte sich spontan auf nach Hamburg.

Die «Stage School» bietet eine dreijährige Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel. Durch die breite Fächerauswahl stehen den jungen Talenten viele Möglichkeiten offen.  Die Schüler müssen sich laut Haas auch individuell sehr mit ihrer eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen, insbesondere im Schauspielunterricht.

«Es ist eine sehr harte Ausbildung und es ist wichtig, dass man sich fit hält und Ausdauer besitzt. Wir trainierten oftmals bis abends um 22Uhr die Türen geschlossen wurden, aber es hat sich gelohnt. Es steckt sehr viel Arbeit und Leidenschaft dahinter», so Giulia Haas gegenüber dem «Volksblatt».

Als Tänzerin "Lulu" im Musical "Cabaret" unterhält Giulia Haas (vorne links) derzeit das Publikum in Sachsen-Anhalt. (Foto: ZVG/Kerstin Jana Kater)

Türöffner zu deutschen Bühnen

Nachdem Haas ihre Ausbildung als Musicaldarstellerin im Mai abgeschlossen hat, möchte die Triesnerin in diesem Bereich weiterarbeiten. Die «Stage School» öffne zwar nicht unbedingt die Türen zum Broadway, sei aber auf jeden Fall ein Türöffner zu den grossen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Daher ist sie froh, dass es nach so kurzer Zeit schon mit den ersten Engagements klappt, obwohl es sehr schwierig sei, in ihrer Branche einen Job zu bekommen. «Man muss immer dranbleiben», so Haas.

Und das muss man ihr nicht zwei Mal sagen. Derzeit nimmt Haas immer wieder an verschiedenen Castings teil. Es sei wichtig, dass man in ihrem Beruf auch mit Misserfolgen und Niederlagen umgehen kann. «Niederlagen muss man einstecken können und es wäre ja langweilig, wenn man keine Fehler machen dürfte», meinte sie. Das Wichtigste sei, nicht aufzugeben.

Man würde dafür auch immer wieder mit Erfolgen belohnt werden – dann nämlich, wenn sie auf der Bühne stehen darf. Und dafür macht sie das. Die 25-Jährige kann zur Zeit sogar von ihrer Leidenschaft leben. Das war aber nicht immer so, ab und zu musste sie neben ihren Engagements noch arbeiten gehen. Viel Aufwand, «aber wenn man etwas wirklich will, dann setzt man alles daran», meinte sie.

«Niederlagen muss man einstecken können. Es wäre ja langweilig, wenn man keine Fehler machen dürfte.»

Giulia Haas

Aktuell steht die Triesnerin im Musical «Cabaret» in Sachsen-Anhalt auf der Bühne, wo sie die Rolle der Lulu, einer Tänzerin des Nachtclubs «Kit Kat» spielt. Bis im März 2019 stehen noch 11 weitere Auftritte an. Im Musical «Cabaret» geht es um Cliff, einen Amerikaner, der im «Kit Kat» in Berlin die Tänzerin Sally kennenlernt. Die beiden werden ein Paar, doch als in Deutschland der Hass der Nazis gegenüber den Juden aufkeimt, will Cliff Berlin verlassen. Sally, für die Politik keine grosse Bedeutung hat und das ganze Leben ein Cabaret ist, will jedoch weiterhin im Nachtclub arbeiten. Als sie dann ihr gemeinsames Kind abtreibt, verlässt Cliff Berlin endgültig.

Sie bleibt Bühnenluft treu

Trotzdem, in 10 Jahren sieht sich Haas wohl eher hinter der Bühne. Sie will ihre eigenen Projekte verwirklichen, inszenieren und umsetzen. Egal was Haas macht: Das Wichtigste für sie sei, sich nicht selbst zu verlieren. Ohne die Familie und Freunde als Rückhalt würde das alles nicht funktionieren.

(ro)

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