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Die neue Urheberrechtsreform könnte das Angebot auf YouTube stark reduzieren. (Symbolbild: SSI)
Multimedia
International|01.12.2018

EU-Urheberrechtsreform sorgt bei YouTube für Panik

Sollten die Plattformbetreiber künftig unmittelbar für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden, könnten sie möglicherweise nur noch Inhalte von wenigen grossen Firmen akzeptieren.

Die neue Urheberrechtsreform könnte das Angebot auf YouTube stark reduzieren. (Symbolbild: SSI)

Sollten die Plattformbetreiber künftig unmittelbar für Urheberrechtsverletzungen haftbar gemacht werden, könnten sie möglicherweise nur noch Inhalte von wenigen grossen Firmen akzeptieren.

Beide Fassungen, der EU-Urheberrechtsreform, würden Plattformen wie YouTube direkt haftbar für Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer machen. Sie müssten also Lizenzen von Rechteinhabern erwerben, damit deren geschützte Werke auf der Plattform verfügbar sein können oder den Upload dieser Werke im Voraus verhindern. Dem Vorschlag der Ratspräsidentschaft zufolge wäre YouTube von einer Haftung ausgenommen, wenn es sein bisheriges Filtermodell auf dem Stand der Technik hält und geschützte Inhalte, die durchrutschen, nach einer Beschwerde der Rechteinhaber schnell entfernt. Also wenn das Unternehmen genauso weitermacht wie bisher. Die Parlamentsfassung sieht aber für grosse Plattformen wie YouTube keine Ausnahmen von der Haftung vor. Das Unternehmen müsste also, wenn es nicht direkt für Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer haftbar gemacht werden will, passende Lizenzvereinbarungen mit allen Rechteinhabern der Welt abschliessen. Oder einen Uploadfilter erfinden, der, anders als zuvor, beim Erkennen geschützter Inhalte niemals Fehler macht und sauber zwischen erlaubter Nutzung, etwa für Parodien, und unerlaubter Nutzung unterscheidet. Das gilt jedoch derzeit als technisch unmöglich. In den vergangen Tagen unterzeichneten deswegen wiederum mehrere Hunderttausend Mensch auf Change.org eine Petition gegen diese Anpassung im Urheberrechtsgesetz. Dadurch stieg die Zahl der Unterstützer auf 1,85 Millionen. Das EU-Parlament liess sich jedoch in der Vergangenheit wenig von Protesten beeindrucken.

(red)

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