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Das SOL mit Sara Domjanic an der Geige verzauberte kürzlich die Gäste im SAL in Schaan. (Foto: Paul J. Trummer)
Kultur
Liechtenstein|11.02.2019

«Liechtenstein pur» jubelte musikalisch zum 300. Geburtstag

Klassik vom Feinsten gab es beim ersten Abo-Sinfoniekonzert «SOL im SAL» mit Werken von Prokofjew und Rheinberger.

Das SOL mit Sara Domjanic an der Geige verzauberte kürzlich die Gäste im SAL in Schaan. (Foto: Paul J. Trummer)

Klassik vom Feinsten gab es beim ersten Abo-Sinfoniekonzert «SOL im SAL» mit Werken von Prokofjew und Rheinberger.

Das SOL mit seiner schon üblichen Klangpracht in allen Gruppen, der Dirigent Florian Krumpöck im Fürstentum wohnhaft, die grandiose Geigerin Sara Domjanic eine 1997 geborene Vaduzerin als Solistin und ein beeindruckendes Werk des FL-Nationalkomponisten Josef Gabriel Rheinberger ... Wahrlich ein Konzert, welchem das Prädikat «Liechtenstein pur» zu Recht zusteht. Ja, und der SOL-Präsident Ernst Walch, der das Publikum begrüsste und die vitale musikalische Szene Liechtensteins gerade im Jubiläumsjahr pries, ist selbstredend auch ein «waschechter» Liechtensteiner. Noch bevor Walch das Wort ergriff, lief auf grosser Leinwand ein imposanter Trailer als optische Laudatio. Der erste Abend der heurigen «SOL im SAL»-Abo-Reihe begann ohne «Vorspiel» gleich fulminant. Sara Domjanic, die im Schubert-Jahr 1997 in Vaduz geborene Geigerin mit schon internationalem Renommee, spielte meisterhaft das schwierige Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 in g-Moll, op. 63, von Sergei Prokofjew (1891 bis 1953).

Supertalent Sara

Die 22-jährige Sara Domjanic, in apartem blauem Kleid und mit wehendem Pferdeschwanz, wirkt fast wie ein fröhlicher Teenager, doch nach den ersten Geigenklängen ist klar, hier ist eine reife junge Meisterin am Werk. Seit dem 4. Lebensjahr spielt sie Geige, wird ihr durch ihren Vater eine bestmögliche Ausbildung bei internationalen Lehrern ermöglicht. Das Resultat ist faszinierend. Sara interpretierte das schwierige Opus technisch brillant, mit blühendem Ton, der ihr Gesicht immer wieder zum Lächeln brachte und auch den Gast-Konzertmeister Marc Bouchkov animierte. Das virtuose Violinkonzert besteht aus drei Sätzen; das Allegro moderato beginnt erregt, das Andante assai besticht durch das Pizzicato der tiefen Streicher, die Solistin und das Orchester folgen mit üppiger Melodik. Eine Wucht ist der dritte Satz, das Allegro, ben marcato. Er wirkt wie ein stampfender, polternder Tanz, der Russe baute sogar spanische Kastagnetten in sein Opus (1935 in Madrid erstmals gespielt). Das SOL begleitete Sara sensibel, das Publikum feierte die hochbegabte junge Künstlerin aus Liechtenstein herzlich.

Klingendes Epos

Der zweite Teil des Konzerts gehörte nach der Pause dem Sinfonischen Tongemälde in d-Moll, «Wallen­-stein», op. 10, von Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901). Das monumentale Klanggemälde bezieht sich auf einige Szenen des Schiller-Dramas. Die oft dramatisch-schrille Klangrede (neben zahlreichen Lyrismen, wenn es um Naturschilderungen geht) behagte Florian Krumpöck, dem ehemaligen SOL-Chef, sichtbar und liess ihn gestisch-rasant etliche Male explodieren. Ein langes «Vorspiel» drückte das spätromantische Ambiente des Tongemäldes aus. «Thekla» bezauberte mit den sanften Klängen im Stil eines Ballettwalzers. «Wallensteins Lager» und «Die Kapuzinerpredigt» liessen lautmalerisch den Schiller’schen Inhalt erahnen. «Wallensteins Tod» ist eine Trauermusik mit einem Aufschwung zur Verklärung des «Helden» Wallenstein. Dieses wuchtige, hörgefällige musikalische Epos Rheinbergers würde es verdienen, öfter aufgeführt zu werden. Beim Konzert wurde es live mit Publikum für eine CD-Produktion aufgenommen.(red)

Infos auf www.sinfonieorchester.li

(red)

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