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Bühne

Vortrag, Gespräch und Workshop «There’s is something wrong with my hands. Oh yes, they’re not holding you.»

Samstag
2.
Juli
14 - 17:30 Uhr
Literaturhaus Liechtenstein, Schaan
Programm
Samstag, 2. Juli 2022

14.00 Uhr Vortrag «Design, Machine, Technology, Ars and Art: Vilém Flusser's Thoughts on Design and Philosophical Fiction» von Anita Jóri, Flusser Archiv Berlin

15.00 Uhr Öffentliches Gespräch mit Mitgliedern des Projektteams über ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit seit 2020, moderiert von Susanne Bosch, Künstlerin und Mentorin des Projektes

16.00 Uhr «Fingerspitzengefühle» – Schreibimpulse zu Vilém Flusser’s Texte Das Unding 1 und Das Unding 2 mit Anna Ospelt, Autorin

Begleitet von der Schreibperformance «The Fallen Image« von Shelby Stuart

Der Beitrag «metametaprogram» von Bérénice Serra ist an allen Tagen zugänglich.


There’s something wrong with my hands. Oh yes, they’re not holding you.

Ein Projekt basierend auf Vilém Flussers Das Unding 1 und Das Unding 2

In Das Unding 1 und Das Unding 2, zwei vom Medientheoretiker Vilém Flusser (1920?–1991) in den 1980er-Jahren verfasste Texte, beobachtet er die Dinge in seiner Umgebung und muss feststellen, dass sie zunehmend von Undingen – er nennt sie «Informationen» – verdrängt werden. Informationen beschreibt Flusser als «unbegreifbar» und nur dekodierbar: «Da diese Lage unfassbar ist, ist dort nichts zu begreifen und nichts zu behandeln. Die Hand, die begriffliche und erzeugende Handlung, ist dort überflüssig geworden». Das wichtigste Organ sind stattdessen die Fingerspitzen, deren einzige Aufgabe darin bestehen, Tasten zu bedienen.

Die Auseinandersetzung mit den beiden Texten begann zu Beginn der Covid-19-Pandemie im Frühling 2020, einer Zeit exzessiven Händewaschens verbunden mit einer erhöhten Wahrnehmung dessen, was die Hände berührten, galt doch jeglicher Kontakt als potenziell gefährlich. Ähnlich wie die beiden Protagonist*innen im Musikvideo zum Lied «Wallflowers» der kanadischen Band The Burning Hell von 2014, das für das Projekt titelgebend war, fand sich das internationale und interdisziplinäre Projektteam aus den Bereichen Kunst, Architektur, Design und Forschung während zwei Jahren als sprechende Köpfe in sechs Rechtecken am Bildschirm wieder. Die kritische Beschäftigung mit den digitalen Möglichkeiten der Zusammenarbeit, insbesondere dem Medium Videotelefonie, waren für das Projekt mitbestimmend.

Im Sinne eines Fanzines – das Wort «fanzine» als Kombination aus den englischen Begriffen «fan» und «magazine» – entstand die Webseite thingsnonthings.space. Diese kann als Ort für gemeinsames Weiterdenken der Ideen Flussers sowie Erläuterungen zu seinen Texten gelesen werden. Mit der Ausstellung an der Poststrasse 27 in Schaan, Liechtenstein wird das Fanzine vom digitalen in den physischen Raum übersetzt und durch neue Beiträge ergänzt. Dabei bezieht die Präsentation die von der Buchhandlung OMNI, dem Antiquariat Q, dem Literaturhaus Liechtenstein und dem SKINO genutzten Bereiche mit ein und verbindet sie.

Die Eröffnung der Ausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm am ersten Juliwochenende bildet den Abschluss des Projektes und steht gleichzeitig für die erste physische Begegnung des Projektteams.

Beiträge von Hanna Bergman, Iyo Bisseck, Doris Büchel (Shared Reading), Simon Browne, Delphine Chapuis Schmitz, Annett Höland, Anita Jóri, Silvio Lorusso, Anna Ospelt, Hannes Oswald, Bérénice Serra, Shelby Stuart, Jana Vanecek, Anna Westberg.

Die Ausstellung kann während den Öffnungszeiten der Buchhandlung Omni und/oder des Skino besucht werden.

Das Projekt wurde initiiert von Annett Höland und im Rahmen des Förderprogramms «Buch und Literatur Ost+» realisiert.

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Location

Literaturhaus Liechtenstein / Poststrasse 27, 9494 Schaan / Schaan
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