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International|10.05.2019

Lesen bildet das Gehirn und Psyche

Simsen, Chatten, Surfen und E-Mailen haben inzwischen das Bücherlesen von der Liste der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen verdrängt – so das Ergebnis einer Studie der Stiftung Lesen.

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Simsen, Chatten, Surfen und E-Mailen haben inzwischen das Bücherlesen von der Liste der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen verdrängt – so das Ergebnis einer Studie der Stiftung Lesen.

Dabei wird heute insgesamt kaum weniger gelesen und geschrieben als früher. Gewandelt hat sich aber das Wie: Zunehmend werden Texte nicht mehr eingehend studiert, sondern nur noch überflogen und häppchenweise konsumiert. Regelmässiges Lesen verbessert laut Forschern nicht nur bei Kindern den Signalaustausch zwischen verschiedenen Hirnregionen. Erwachsene profitieren ebenso davon: Wie Studien zeigen, stärkt Lesen unter anderem die Fähigkeit, geistig in andere Rollen zu schlüpfen und bei der Sache zu bleiben. Senioren, die viel lesen, bleiben länger geistig fit und zeigen seltener Symptome einer Demenz. Wie lässt sich das erklären?

Lesen erzeugt Bilder
«Die Fähigkeit zu lesen verändert das Gehirn», betont Stanilas Dehaene, Hirnforscher am Collège de France in Paris, im Interview mit «Gehirn&Geist». Schon das Entziffern einzelner Wörter aktiviert zahlreiche Gebiete im Denkorgan, vor allem in der linken Hirnhälfte. Beim Lesen von Szenen und Geschichten simuliert das Gehirn das fiktive Geschehen, etwa die Handlungen der Romanfiguren. Beim Lesen von Geschichten simuliert das Gehirn regelrecht das Geschehen: So regt sich beispielsweise vermehrt der prämotorische Kortex, der für höhere geistige Leistungen und Perspektivwechsel wichtig ist, wenn die Romanfigur mit einem neuen Gegenstand hantiert.

Starke soziale Fähigkeiten
Das könnte auch der Grund sein, warum eifriger Konsum von Belletristik häufig auch mit besseren sozialen Fähigkeiten einhergeht. Das bewies unter anderem eine Untersuchung kanadischer Psychologen von der University of Toronto aus dem Jahr 2006: Probanden, die gerne in Romanen schmökerten, konnten sich nicht nur nach eigener Auskunft besser in Geschichten und Figuren hineinfinden, sondern schnitten auch beim Empathietest besser ab.

(red)

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