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Lifestyle
International|27.02.2019

Nach-Halt (-igkeit) suchend

Das Thema nachhaltiger Konsum und Lifestyle ist in aller Munde – zum Glück! Sind doch nach wie vor viele zukünftige Herausforderungen und Probleme mehrheitlich ungelöst.

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Das Thema nachhaltiger Konsum und Lifestyle ist in aller Munde – zum Glück! Sind doch nach wie vor viele zukünftige Herausforderungen und Probleme mehrheitlich ungelöst.

Einen Überblick der Dos und Don’ts zu haben, ist jedoch – trotz grösster Bemühungen – gar nicht so einfach.
Neulich erzählte ich einigen Studienkollegen von meiner neuesten kulinarischen Entdeckung. Vegetarische Hotdog-Würstchen aus Quorn (ein Cornaturprodukt der Migros). Schnell waren wir uns einig, dass das Cornatur- und allgemein vegetarische und vegane Angebot durchaus schmeckt und schon lange nicht mehr bloss als «Ersatz» für Fleisch abgestempelt werden kann. Doch der Kommentar eines Kollegen, dass Quorn oder Soja – aus dem Cornatur-Lebensmittel mehrheitlich hergestellt werden – ökologisch gesehen nicht zwingend besser sein muss, machte mich stutzig. Ich esse zwar Fleisch, jedoch sehr wenig und selten. Vermehrt greife ich mit durchaus grossem Glust auf vegetarische oder vegane Alternativen zu. Einerseits weil mich der Ideenreichtum von Produzenten solcher Produkte fasziniert und neugierig auf geschmackliche Neuentdeckungen macht. Andererseits aus den altbekannten ökologischen Gründen.

Mit den Fakten, ob diese Produkte wiederum auch wirklich ökologisch besser sind, habe ich mich bislang gar nie beschäftigt. Meine Verunsicherung nimmt nach weiterem Recherchieren über nachhaltigen Konsum zu und mein nächster Wocheneinkauf bringt mich regelrecht ins Schwitzen. War es vorhin ein Kampf zwischen meinem mageren Budget und meinem Gewissen, das mich vermehrt zu Bio- und regionalen Produkten greifen liess, ist es nun ein Spiessroutenlauf des Unwissens. Das Lesen verschiedener Meinungen und Studien lässt mich nun vieles infrage stellen – sogar den hart antrainierten automatische Griff zu Obst aus der Region oder die Sympathie für Bio-Labels. Wie auch meine neu entflammte Liebe zu den Hotdog-Würstchen kühlt langsam ab. Ist der Verzicht auf ein bestimmtes Produkt nicht etwas paradox, wenn er bloss auf der Grundlage des Konsumierens eines anderen Produktes geschieht? Funktioniert so bewusstes, nachhaltiges Konsumieren? Fragen über Fragen.

Klarheit schaffen

Klar ist, dass die Rahmenbedingungen von nachhaltigem Konsum leider noch nicht so weit sind, dass man völlig uneingeschränkt immer nachhaltig konsumieren kann. Dennoch kein Grund, alles beim Alten zu lassen! Verschiedene Organisationen versuchen, mit Veranstaltungen und Ratgebern zur Seite zu stehen. Wie beispielsweise die Nachhaltigkeitswochen, die Ende Februar bis Anfang April überall in der Schweiz stattfinden. In Chur beispielsweise vom 25. Februar bis 1. März. An diesen Tagen wird das Thema Nachhaltigkeit vom ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekt aus beleuchtet. Das Programm reicht von der Herstellung eigener Bienenwachstüechlis (als Alternative zur Frischhaltefolie) über thematisch passende Lunchkinos und Poetry Slams bis hin zu Infoveranstaltungen über Nachhaltiges Reisen. Achtung, einige Events erfordern Anmeldung!

www.sustainabilityweek.ch/chur

Ratgeber zum Downloaden

Vereine wie Swissveg oder Ratgeberseiten wie www.clever-konsumieren.ch geben Auskunft und nützliche Tipps rund ums Thema. Vor allem beim Einkauf bietet der Einkaufsratgeber vom WWF in Form einer App auch unterwegs Hilfestellung.

No Foodwaste

Eine sogenannte RestEssBar zu nutzen oder sogar selber zu gründen, ist eine der Möglichkeiten, Foodwaste zu vermeiden. Es handelt sich dabei um Kühlschränke, in denen Lebensmittel von verschiedensten Lebensmittelläden gesammelt und für jeden gratis zugänglich gemacht werden. Die Zahl der Standorte wächst seit 2014 unter www.restessbar.ch. Ähnlich funktioniert die App «Too Good To Go», bei der das auf der App ausgewählte Essen direkt bei den Läden abgeholt werden kann. www.toogoodtogo.ch

Swap it!

Swappen statt Shoppen lautet die Devise! In sogenannten Walk-inClosets oder an Kleidertauschpartys kann man sich seiner ­überdrüssigen Garderobe entledigen und gegen neue Stücke eintauschen. Das Swappen schont nicht nur das Budget und Umwelt, sondern macht auch noch Spass! www.walkincloset.ch

(SB)

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