Sanitär- und Heizungsmonteur Batliner lag knapp in der Zeit, habe aber gut und sauber gearbeitet. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|18.05.2019

Tag 3 der Generalprobe: Kandidaten holen wieder auf

VADUZ - Am dritten Tag der «WorldSkills»-Generalprobe zeichnete sich bei den Kandidaten eine Leistungssteigerung ab. Damit scheint der verhaltene Start der Berufsleute so gut wie vergessen. Heute gilt es in Vaduz zum letzten Mal ernst.

Sanitär- und Heizungsmonteur Batliner lag knapp in der Zeit, habe aber gut und sauber gearbeitet. (Fotos: Michael Zanghellini)

VADUZ - Am dritten Tag der «WorldSkills»-Generalprobe zeichnete sich bei den Kandidaten eine Leistungssteigerung ab. Damit scheint der verhaltene Start der Berufsleute so gut wie vergessen. Heute gilt es in Vaduz zum letzten Mal ernst.

Das letzte Kühlwasser tropft ab, dann nimmt CNC-Fräser Luzian Clavadetscher das Teil aus der Maschine, begutachtet es kurz und beginnt damit, mit der Feile die letzten Gräte zu entfernen. Der wackelige Start vom Mittwoch scheint bereits vergessen. Mit den ersten, sichtbaren Resultaten stieg sowohl bei Clavadetscher als auch bei seinem Experten Claudio Nigg die Motivation nochmals um ein Stück an: «Wir können eine deutliche Steigerung verzeichnen. Das erste Teil ist soweit fertig. Ich gehe davon aus, dass vieles – wenn nicht sogar alles – stimmen wird. Genau das haben wir ja trainiert», erklärte Nigg.

Gesteigert habe sich auch Malerin Desirée Ackermann. «Sie ist von Anfang an sehr motiviert, machte zu Beginn aber noch einige Flüchtigkeitsfehler», erklärte ihr Experte Dominik Gruber. «Sie hat sich jetzt aber wieder gefangen und ist gut dabei», so Gruber weiter. Das Wichtigste während der Arbeit sei nach wie vor die Konzentration.

Innere Ruhe und Kritikfähigkeit

«Lena nimmt ihre Arbeit sehr ernst», sagte Expertin Katharina Lorenz-Klemm über ihre Kandidatin im Bereich Fachfrau Gesundheit (FaGe). «Immer wieder wird deutlich, dass die FaGe-Ausbildung ideal für die Vorbereitung auf die ‹WorldSkills› ist», sagte Lorenz-Klemm. Zwar sei sich Lena Schädler in Bereichen, die sie noch nicht so gut kennt, unsicher. Sie gehe jedoch sehr gut mit Kritik um und setze alles daran, sich stets zu verbessern. «Ihre ruhige Art wirkt sich positiv auf ihre Patienten aus», erklärte Lorenz-Klemm. Diese Eigenschaft konnte sie auch gestern wieder anwenden, als sie eine weitere Testpatientin behandeln musste. «Frau Guntli», eine 71-jährige Frau, hatte sich am Arm verletzt und musste dementsprechend verbunden werden. Zudem musste Schädler ihrer Patientin auch schriftliche Ratschläge zur Sturzprävention ausarbeiten.

Ruhig, aber in einer anderen Art und Weise, arbeiteten auch die beiden IT-Kandidaten. Sowohl Netzwerk- und Systemadministrator Luca Hogge als auch Dominik Manser (Software-Applikationen) waren stillschweigend in ihre Arbeit vertieft. Als die Zeit für ihr aktuelles Projekt abgelaufen war, zeigten sie sich zwar etwas erschöpft aber dennoch zufrieden. Anschliessend begann die Auswertung der Arbeit mit den Experten. Konkrete Resultate standen bis zum späteren Nachmittag noch nicht fest. Während Hogge an einem Auftrag beschäftigt ist, in dem er mit verschiedenen Softwares arbeiten muss, programmiert Manser eine Buchungsplattform für Flüge, die für jeden Windows-Computer kompatibel sein soll.

Die ersten sind bereits fertig

Zwar hatten die Kandidaten am dritten Tag der Generalprobe wieder einiges an Zeit aufholen können, doch der Druck blieb bestehen. So auch für Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola Batliner. «Zeitlich könnte es ein wenig knapp werden», erklärte Experte Manuel Steiner. Jedoch habe Batliner gute und saubere Arbeit geleistet. Für den Kandidaten und seinen Experten war bereits gestern Schluss. Denn heute geht es für sie weiter ans nächste Training; Batliner wird über eine Woche hinweg am Austragungsort Kazan in Russland trainieren.

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Dominik Manser (Software-Applika­tionen) arbeitet an einem IT-Projekt, das aus vier verschiedenen Teilen besteht. Dabei muss er eine Buchungs­plat­tform für Flüge program­mieren.

«Rot ist einfach ein Phänomen»

Kurzinterview mit Malerin Desirée Ackermann

«Volksblatt»: Wie schätzen Sie Ihre Arbeit bislang ein?

Desirée Ackermann: Mittelmässig. Gewisse Dinge liefen gut, andere hingegen weniger.

Was bedeutet das konkret?

Also das Spritzen, die Tapete und auch das Holzwerk sind mir relativ gut gelungen. Auch mein Tempo scheint nicht schlecht zu sein. Nicht so zufrieden bin ich hingegen mit der Türe. Da deckt die rote Farbe nicht so richtig.

Liegt das an der Farbe?

Ja, ganz klar. Es ist ein bekanntes Phänomen der roten Farbe, dass diese einfach nicht so richtig decken will.

Und das können Sie in diesem Fall auch nicht so einfach beheben?

Nein leider nicht. Ich habe drei Punkte, die einfach weiss bleiben. Und auch wenn ich diese Punkte mehrere Male streichen würde, müsste ich erst wieder neu grundieren. Dafür fehlt mir aber schlichtweg die Zeit.

«WorldSkil­ls»-Kandidatin Desirée Ackermann.
(mw)

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