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Geschafft: Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola wird nach dem Wettkampf von seinen Eltern beglückwünscht. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|26.08.2019

Motiviert durch den «zähesten Tag» der Meisterschaft

KAZAN - Nach drei Tagen Wettkampf zeigt sich allmählich, wer zurzeit die Nase vorne hat. Jedoch zehrt die harte Arbeit langsam aber sicher an den Kräften. Unterkriegen lassen sich die sechs «WorldSkills»-Kandidaten deswegen nicht - einer davon schloss seine Arbeit am Sonntag sogar schon ab.

Geschafft: Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola wird nach dem Wettkampf von seinen Eltern beglückwünscht. (Fotos: Michael Zanghellini)

KAZAN - Nach drei Tagen Wettkampf zeigt sich allmählich, wer zurzeit die Nase vorne hat. Jedoch zehrt die harte Arbeit langsam aber sicher an den Kräften. Unterkriegen lassen sich die sechs «WorldSkills»-Kandidaten deswegen nicht - einer davon schloss seine Arbeit am Sonntag sogar schon ab.

Nach zwei beziehungsweise drei vollen Wettbewerbstagen zeigen sich bei vielen der 1350 Kandidaten und Experten erste Verschleisserscheinungen. Stundenlange Anspannung, Lärm und Hektik und dazu noch wenig Schlaf, machen ihnen das Leben schwer. Nicht umsonst bezeichnen viele den dritten Tag der «WorldSkills» als den schwierigsten. Bei den sechs jungen Berufsleuten aus Liechtenstein ist von Ermüdung aber noch wenig merken. Dies bestätigten sowohl ihre Experten, als auch die Kandidaten selbst. «Ich fühle mich soweit gut», sagte CNC-Fräser Luzian Clavadetscher gegenüber dem «Volksblatt». Nach einem eher etwas mässigen Start am Freitag, hat er seiner Einschätzung nach wieder einiges wettgemacht. «Wichtig ist für mich auch, dass wir es im Team so gut miteinander haben. Wir sind gut gelaunt und das ist unerlässlich», so Clavadetscher.

Inzwischen können nicht nur die Kandidaten Zwischenbilanz ziehen, sondern auch ihre Experten. Momentan scheinen sich alle sechs Berufsleute gut durchzukämpfen. Stefan Wachter, Experte von IT Netzwerk- und Systemadministrator Luca Hogge, nickte zufrieden, als ihn das «Volksblatt» fragte, ob er mit dem aktuellen Stand von Hogge zufrieden sei. Auch Desirée Ackermanns (Malerin) Experte Dominik Gruber ist nach wie vor positiv gestimmt. Wie er schon vor ein paar Tagen sagte, sei das Wichtigste, dass sich die Kandidaten nicht aus der Bahn bringen lassen: «Dass Fehler passieren, ist normal. Ohnehin kann man diese nicht mehr rückgängig machen, also bringt es auch nichts, wenn man sich darüber den Kopf zerbricht», so Gruber.

Welchen Wochentag haben wir?

Im Zeitplan der «WorldSkills» sind die jeweiligen Tage mit einem «C» für «Competition» (Wettkampf) angegeben. So reisten die Experten beispielsweise an «C-7», sieben Tage vor Wettkampfbeginn, an. Alle vier Tage der Berufsweltmeisterschaften haben die Nummer direkt nach dem «C». Nach dem Wettbewerb, sprich am Tag der Abschlusszeremonie, beginnt der Zähler dann wieder von neuem: «C+1». Schon lange benutzen die Experten und Delegierten nur noch diese Bezeichnungen. Dies soll Verwirrungen vorbeugen. In der Tat hat hier in Kazan aber schon jeder vergessen, welchen Wochentag wir wirklich haben. Etwas wie ein Wochenende gibt es nämlich auch nicht.

Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola Batliner mag das aber nicht mehr gross stören: Unter grossem Applaus und Jubel seiner Eltern, Teamkollegen und weiteren Delegationsmitgliedern, übergab er am Sonntag pünktlich um 17 Uhr seine Installation an die Experten. Ein emotionaler Moment für alle Beteiligten - vor allem für Batliners Eltern Heinrike und Thomas. Er wird heute mit all seinen Konkurrenten ein wohltätiges Projekt bearbeiten. Eine russische Behindertenschule soll neue Sanitäre Anlagen erhalten. Jetzt ist es die Aufgabe der «WorldSkills»-Kandidaten, diesem Wunsch nachzugehen.

Kurzinterview - «Jeden Tag beginnt man von vorne»

«Volksblatt»: Wie ist die Stimmung unter den Kandidaten?

Giorgio Di Benedetto: Die Stimmung ist sehr gut. Niemand schwächelt und alle sind nach wie vor sehr konzentriert. Es herrscht auch eine wirklich gute Gruppendynamik im Team. Sie unterstützen einander und machen morgens kleine Spässe.

Es heisst, der dritte Tag des Wettbewerbs sei der strengste, stimmt das?

Nicht wirklich. Doch das habe ich schon einige Male gehört. Oftmals ist es so, dass sich die Kandidaten nach Ende des zweiten Tags sagen, dass sie nun die Hälfte bereits geschafft haben. Das sagt dem Unterbewusstsein allerdings, dass das Schlimmste nun vorbei ist und man nicht mehr dieselbe Leistung erbringen muss, wie noch zu Beginn.

Und das ist bei unseren Kandidaten nicht der Fall?

So ist es. Die Teilnehmer müssen jeden Tag als einzelne Einheit wahrnehmen. Wie Desirée einmal schön sagte: «Jeden Tag beginnt man wieder von vorne.» Und das stimmt auch so.

Für Giorgio Di Benedetto ist es Ein­stel­­lungs­­sache, ob man den drit­ten Tag des Wettbewerb als den schlim­msten ansieht.
(mw)

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