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(Foto: Ursina Marti)
Dini Chance
Liechtenstein|12.09.2019

«Musiker oder Kita-Betreuer waren meine Wünsche»

TRIESEN - Im Teenageralter muss man entscheiden, wie man als Erwachsener sein Geld verdient. Mit viel Leidenschaft und Herzblut arbeitet Gabriel Primoceri als Kita-Betreuer und erzählt in der Sonderbeilage «Dini Chance» von seinem Alltag. 
(Foto: Ursina Marti)
TRIESEN - Im Teenageralter muss man entscheiden, wie man als Erwachsener sein Geld verdient. Mit viel Leidenschaft und Herzblut arbeitet Gabriel Primoceri als Kita-Betreuer und erzählt in der Sonderbeilage «Dini Chance» von seinem Alltag. 

Viele Männer zog es früher auf den Bau und die Frauen in den Bereich Gesundheit oder Mode. Heute wählen nicht selten Frauen einen typischen Männerberuf und umgekehrt. Der Balzner Gabriel Primoceri ist aber schon noch ein Exote, denn er hat eine Ausbildung als Kita-Betreuer absolviert. Für diese Entscheidung sei ganz einfach ein Urlaub verantwortlich, wie er selbst erzählt: «Anfangs wollte ich Musiker werden, habe dann aber schnell gemerkt, dass ich mein Hobby nicht so stark zum Beruf machen möchte. Als ich vor vielen Jahren nach Italien in den Urlaub ging, gab es vor Ort viele Animateure und ich half ihnen und habe schnell gemerkt, dass ich gerne mit Kindern arbeite.» Zurück aus dem Urlaub hat Gabriel Primoceri das zehnte Schuljahr abgeschlossen und sich über den Beruf Fachmann Betreuung (FABE) informiert und ist bis heute froh, dass er diesen Schritt gewagt hat. Der 24-Jährige schwärmt, wie toll die Arbeit mit Kindern ist: «Kinder strahlen ihre Lebensfreude auf uns aus und es ist spannend, die Entwicklung der Kinder mitzuerleben. Ausserdem kann jeder sein Wissen einbringen und den Kindern einiges beibringen. Egal ob draussen im Wald oder drinnen in der Bücherecke, langweilig wird es mit den Kleinen nie.»

«Zusammen sind wir viel ideenreicher, wenn wir über die Gestaltung des Alltages sprechen. So gibt es Abwechslung, sei es mit den Ideen der Frauen sowie der Männer.»

Männer in einem «typischen» Frauenberuf, dass sei nicht komisch, sondern eine Chance. Gabriel Primoceri sieht nicht nur die Chance für Männer, die sich einbringen können, sondern auch für die Kinder: «Zusammen sind wir viel ideenreicher, wenn wir über die Gestaltung des Alltages sprechen. So gibt es Abwechslung, sei es mit den Ideen der Frauen sowie der Männer.» Der Balzner lächelt, denn für ihn sei die Zusammenarbeit mit den Frauen sehr wichtig, es gäbe keine Unterschiede aufgrund des Geschlechtes und man schätze einander. 

Reaktionen auf seine Berufswahl gab es nicht nur im Umfeld, sondern auch von den Kindern selbst, aber meist positive: «Die Kinder sind zum Teil skeptisch oder haben vielleicht auch Angst. Ich weiss nicht, ob es am Bartwuchs oder der tiefen Stimme liegt, doch schnell legt sich die Skepsis und die meisten Kinder haben so viel Freude an mir wie ich an ihnen.» Auch von den Eltern gab es Reaktionen, doch die waren durchaus positiv. Gabriel Primoceri sagt: «Es kommt auch darauf an, wie man sich verhält. Macht man einen guten Job, so ist das Feedback auch gut. Wichtig ist in diesem Fall, dass man auf die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern eingeht und ihre Anliegen transparent behandelt, man muss für sie da sein und ihnen das Gefühl geben, dass das Kind gut versorgt ist.»

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Unterstützung gab es für den Balzner immer von seiner Familie, die keine Sprüche machte, sondern stolz sei. Zudem habe auch seine Familie gesehen, dass im Beruf Kita-Betreuung Männer Mangelware sind, und fand es eine gute Idee, wenn Gabriel Primoceri diese Ausbildung macht. «Ich hatte zwar am Anfang Mühe und musste mich beweisen und durchsetzen, dass ich vieles auch selbst kann, aber ich habe es durchgezogen.» Dies sei aber in allen Berufen mal Alltag, dass man sich durchsetzen oder beweisen müsse. Im Kollegenkreis gab es aber durchaus den ein oder anderen Spruch zu hören: «Die Sprüche kamen am Anfang, weil es für meine Kollegen ungewohnt war, heute sagt einem niemand mehr, welchen Beruf man machen sollte und welchen nicht. Heute machen alle alles, so wie ich das sehe. Es gibt immer mehr Männer, die einen sozialen Beruf wählen, und immer mehr Frauen, die zum Beispiel in technischen Berichten tätig sind.» Nun ist Gabriel Primoceri seit mehr als einem Jahr in der Kita in Triesen und liebt den Beruf mit Kindern, momentan besucht er aber auch noch die Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene (ISME) in Sargans, denn in Zukunft möchte er einmal als Lehrer tätig sein und den Kindern noch mehr beibringen.

(um)

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