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Vali Alig aka Valimusic (2. von links) setzt bei seiner Musik ganz auf den Obersaxer Dialekt. (Foto: ZVG)
Kultur
Region|16.04.2021

Valimusic und der Erhalt vom «Obarsàxar-Titsch»

Vali Alig aka Valimusic veröffentlichte am Karfreitag sein erstes Album, welches den Titel «Tànz mim Tiifal» trägt. Der Musiker aus Obersaxen setzt dabei komplett auf seinen eigenen Dialekt, den aktuell nicht einmal mehr tausend Menschen sprechen.

Vali Alig aka Valimusic (2. von links) setzt bei seiner Musik ganz auf den Obersaxer Dialekt. (Foto: ZVG)

Vali Alig aka Valimusic veröffentlichte am Karfreitag sein erstes Album, welches den Titel «Tànz mim Tiifal» trägt. Der Musiker aus Obersaxen setzt dabei komplett auf seinen eigenen Dialekt, den aktuell nicht einmal mehr tausend Menschen sprechen.

An das erste Herantasten an die Musik erinnert sich Valentin Alig noch gut, wie er mit einem Lächeln auf den Lippen erklärt. «Es ging mir gleich wie wahrscheinlich den meisten Leuten. Ich habe schon im Kindesalter versucht, englischsprachige Lieder in einer nicht existenten Sprache nach zu singen. Die Dusche oder unser Hund waren immer sehr geduldige Zuhörer.» Bevor eine erste CD ein Thema wurde, interessierte sich Vali aber vor allem für das Instrument Schlagzeug. «Ich war Teil der Band «Chronic» mit meinem Freund «Fudl», der nun auch selber eine Platte draussen hat, und anderen Musikern. Wir haben in dieser Konstellation aber glaube ich nur zwei bis drei Auftritte gespielt, soweit ich mich erinnern kann. Danach durfte ich auch noch mit anderen Kollegen in Untervaz proben. Dies war ebenfalls eine Metal- Band.»

Ein harmoniebedürftiger Mensch

Erstmals grössere Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit erhielt der Obersaxer durch sein Mitwirken als Schlagzeuger bei der Band von Carmen Cresta. Deren Album «Aurora» schaffte im Frühjahr 2019 überraschend den Sprung auf Platz 16 der Schweizer Hitparade. Vali, der auf der Platte nicht nur trommelte, sondern für den Titeltrack auch mit der Frontfrau ein Duett sang, startete bald darauf mit eigener Kapelle durch. Bei seiner heutigen Formation stehe neben der Freude an der Musik vor allem auch die Freundschaft im Vordergrund. «Ich bin ja von Grund auf ein harmoniebedürftiger Mensch. Deswegen ist mir auch das Verhältnis zu meinen Mitmusikern sehr wichtig. Viele von Ihnen kenne ich bereits seit über 30 Jahren, und wir sind alles gute Freunde.» Auch wenn sein Name vorn auf dem Produkt stehe, sei es ein Werk, das durch die Inputs seiner Jungs lebe. «Die Songs auf dem Album sind in sehr guter Zusammenarbeit entstanden. Bei Valimusic ist es nicht so, dass ich fertige Songs präsentiere, und sie spielen dann einfach mit. Ganz im Gegenteil, wir sind eine Band, die von Grund auf zusammen an der Musik schreibt. Natürlich liegt es dann schon an mir, gewisse Anpassungen für meinen Dialekt zu machen. Aber ich bin sehr froh um jeden einzelnen von meinen fünf Jungs, denn genau das ist es, was Valimusic ausmacht.»

Im Dienste des Dialekts

Bei Valimusic immer wieder ein Thema ist sein Dialekt. Das «Obarsàxar- Titsch» ist ein Walser-Dialekt, den nicht wirklich viele Personen heute noch aktiv sprechen. «Unter anderem habe ich mich auch genau deshalb dazu entschieden, im «Obarsàxar-Titsch» zu singen. Früher als die Telekomunikation und das Internet noch nicht so fortschrittlich waren, wurde der Dialekt auf eine Art konserviert, da ja rund um Obersaxen quasi alle Romanisch gesprochen haben und man auch noch nicht, so einfach, so weit reisen konnte. Heute ist das ganz anders und deswegen um so wichtiger, etwas für den Erhalt dieser sehr schönen Sprache zu machen. » Auch der Erhalt von Traditionen wird für den 37-Jährigen immer wichtiger. «In meiner Jugend hat mich das gar nicht sehr interessiert. Aber dafür jetzt umso mehr. Allem voran natürlich alle Themen rund um Obersaxen und die verschiedenen Walser- Siedlungen.» Sichtlich stolz ist Vali auf den ersten Longplayer, der am Karfreitag erscheint. Um die Wartezeit ein bisschen zu verkürzen, hat er diverse Persönlichkeiten, die etwas mit der Produktion zu tun hatten, besucht und ihnen einen Whisky geschenkt. Für ihn sei Musik und die Freude daran etwas, dass er sehr gern teile. Auf seinem ersten Album schlägt der Bündner neben lustigen auch nachdenkliche Töne an. Dies sei aber einfach so im Prozess passiert und kein wirkliches Ziel gewesen. «Den Gedanken über ein breites Spektrum haben wir uns eigentlich nicht gemacht. Es handeln wirklich einige Lieder vom Tod oder stehen zumindest im Zusammenhang mit ihm. Aber um doch ein wenig Dynamik auf die Scheibe zu bringen, entstanden noch Songs wie «Arda» oder «Dia Nàcht.»

Mit Endorphinen überschüttet

Auch wenn diese Melancholie hin und wieder in seiner Musik vorhanden ist und das Auftreten mit dem neuen Material eher schwierig wird, gibt es für den Bündner aktuell keinen Grund, Trübsal zu blasen. «Wir machen Musik aus purer Freude und Lust. Egal ob Auftritte oder nicht. Die Musik gibt mir weit mehr, als auf der Bühne zu stehen.» Es sei natürlich schon ein klein wenig schwierig, regelmässig zu proben ohne Aussicht auf Konzerte, doch seiner Leidenschaft für die Melodien tue dies keinen Abbruch. Auch sonst schwebe er aktuell ziemlich auf Wolke 7. Dies vor allem wegen dem kleinen Wunder, welches seine Frau aktuell unter ihrem Herzen trägt. Er sei schon ein bisschen aufgeregt im Hinblick auf die neue Aufgabe als Vater. «Ich freue mich unglaublich auf diesen neuen Lebensabschnitt. In dieser Hinsicht beginnt für mich das 2021 doch sehr schön. Mit dem Album auf der einen, und mit dem Geschenk eines Kindes mit meiner wunderbaren Frau Melanie auf der anderen Seite. Ja, ich werde im Moment mit reichlich Endorphinen überschüttet.»

(ci)

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