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Morgenroutine ausnahmsweise durchbrochen mit einer Sonnenanaufgangswanderung über den Fürstensteig auf den Alpspitz. Es lohnt sich! (Foto: Alessia Schönenberger)
Lifestyle
Region|30.08.2019 (Aktualisiert am 12.09.19 16:10)

Rituale und Routinen

Wir sollten uns bewusst sein, wann wir etwas routiniert tun und was wir dabei verpassen und wann wir etwas rituell tun und mehr Kraft dafür aufwenden. Sind dir deine Gewohnheiten bewusst?

Morgenroutine ausnahmsweise durchbrochen mit einer Sonnenanaufgangswanderung über den Fürstensteig auf den Alpspitz. Es lohnt sich! (Foto: Alessia Schönenberger)

Wir sollten uns bewusst sein, wann wir etwas routiniert tun und was wir dabei verpassen und wann wir etwas rituell tun und mehr Kraft dafür aufwenden. Sind dir deine Gewohnheiten bewusst?

Ritual: Der Genuss

Schon beim Aufwachen freust du dich auf deine Tasse Tee. Kochst das Wasser auf und holst vorsichtig die getrockneten Kräuter aus dem Schrank. Beim öffnen der Dose riechst du den Duft ganz intensiv und schnupperst daran. Mit einem Klick gibt dir der Wasserkocher das Zeichen, dass das Wasser aufgebrüht ist. Du giesst das Wasser in deine Lieblingstasse und holst einen Löffel aus dem Schrank. Dann gibst du sorgfältig einen Löffel der Kräuter in ein Sieb und beobachtest, wie sie sich auf der Wasseroberfläche verteilen. Während du den Tee ziehen lässt, geniesst die Wärme deiner Tasse, während du erneut an ihm schnupperst. Geduldig voller Vorfreude wartest du, dass die Tasse abkühlt und kostest jeden Schluck aus.

Routine: Das Ergebnis

Du stehst morgens auf und brauchst deinen Tee. Automatisch gehst du zum Wasserkocher, zum Schrank, holst die Kräuter raus. Die Handgriffe vollführst du geübt und unbewusst. In Gedanken bist du schon bei der Arbeit. Während der Ziehzeit springst du noch kurz ins Bad, richtest das Bett her und scrollst noch durch den Social Media Feed. Der Tee ist fertig. Du hast keine Zeit zu warten, dass er abkühlt und giesst einen Schluck kaltes Wasser rein. Deine Gedanken sind ganz woanders. Der Tee ist leer. Du kannst dich zwar nicht daran erinnern, wie du ihn getrunken hast, aber du hattest deine übliche Tasse Tee am Morgen. Es zeigt deutlich: Mit der Durchführung eines Rituals wird bewusst etwas bezweckt. Routinen sind automatisch und unbewusst. Es zählt, dass sie durchgeführt werden. Bei Ritualen geht es um die Belohnung, die eine Tätigkeit mit sich bringt, während man sie durchführt, statt auf Autopilot zu stellen. Mit der Zeit habe ich meine eigenen Rituale entwickelt. Wenn ich nicht von selbst aufwache, werde ich durch eine schöne Melodie eines Lieblingsliedes geweckt. Nachdem ich mich kurz in alle Richtungen ausstrecke, setze ich mich auf und greife nach dem Zitronenöl, das mittlerweile einen Stammplatz auf meinem Nachttisch hat. Ich verreibe ein paar Tropfen auf den Handflächen, halte sie vor mein Gesicht und nehme mindestens fünf tiefe, bewusste Atemzüge. Das Gefühl der Vitalität erhellt meinen Geist und bringt meinen Körper in Schwung. Nachdem ich mindestens eine Seite in einem Buch gelesen habe, stehe ich auf und spüre bewusst den kalten Boden unter meinen Füssen. Streife mir kurz etwas Bequemes über und frage mich, wie ich mich heute fühle. Dann befülle ich meinen Diffuser mit ätherischen Ölen nach Stimmung und begebe mich für die morgendliche Meditation auf die Matte. Es folgen noch viele weitere Schritte, wie zum Beispiel der Blick auf mein Visionboard, oder das Schreiben von ein paar Zeilen Dankbarkeit, aber die hier auszuführen, würde den Rahmen definitiv sprengen. Ich pflege viele Rituale über den Tag verteilt, ganz wichtig und heilig ist mir aber mein Morgen- und Abendritual. Es gibt Tage, da gelingt es mir besser und Tage, da kann ich mich einfach nicht so gut darauf fokussieren. Aber ausgeführt wird es wenn immer möglich. Auch grosse, erfolgreiche Persönlichkeiten wie Mark Zuckerberg oder Barack Obama pflegen Rituale. Als ich mich da ein bisschen eingelesen habe, ist mir vor allem eines aufgefallen. Sämtliche Rituale, ob es Sport, Lesen, Meditieren oder auch Kochen ist, werden bewusst offline, achtsam und alleine durchgeführt. Der Morgen gehört ihnen und ihrer Produktivität. Sie stellen Impulse von aussen bewusst für eine bestimmte Zeit ab und erhalten so den Freiraum, produktiv zu sein und ihre Träume zu verwirklichen. Es wäre fatal zu sagen, dass Routinen oder Rituale besser sind, beide gehören in unseren Alltag. Ob du nun etwas automatisch oder bewusst regelmässig tust, ist dir selber überlassen. Du sollst aber entschieden haben, dass du etwas routiniert-automatisch oder rituell-achtsam tust. Ein wichtiger Grundsatz, den ich mir gerade in Bezug auf die Coachings bewusst machen musste: Von aussen dürfen Gewohnheiten und Rituale auf keinen Fall bewertet werden. Diese zu beurteilen ist immens schwer, da sie einerseits ja nicht die eigenen sind und man andererseits nicht seinen eigenen Wertemassstab über das Leben eines anderen stülpen kann.

alessiaschoen.com
Instagram: alessia.schoen

(as)

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