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Clara Denk. (Foto: Alessia Schönenberger)
Lifestyle
Region|13.09.2019

Bin ich genug?

Was wäre, wenn sich nichts verändern würde – nicht dein Aussehen, nicht dein Gewicht, nicht dein Erfolg – wäre das okay?

Clara Denk. (Foto: Alessia Schönenberger)

Was wäre, wenn sich nichts verändern würde – nicht dein Aussehen, nicht dein Gewicht, nicht dein Erfolg – wäre das okay?

Als Fotografin, aber auch als Tochter, Freundin oder Bekannte begegne ich ständig diesen «Wenn, dann …»-Sätzen. «Wenn ich dann fünf Kilo weniger auf die Waage bringe, dann buche ich ein Shooting bei dir.» Wenn ich dann mal Mama bin, dann werde ich glücklich sein.» Oder «Wenn ich dann den richtigen Partner habe, dann werde ich ausgeglichen sein.» Bei diesem Wenn-dann-Denken leben wir überhaupt nicht im Moment, setzen uns einem enormen Druck und Stress aus, wir scheinen im Jetzt einfach nie genug zu sein. Nicht schön, dünn, talentiert, lustig, intelligent, offen ... genug. Und wieso fühlen wir so? Viel zu oft haben wir Angst davor, dass die Offenbarung unseres wahren Ichs, das nicht so ist, wie uns die Gesellschaft vorschreibt zu sein, die Verbindung zu anderen Menschen kappt. Paradoxer- aber auch logischerweise entstehen aber genau so die stärksten Bindungen. Falls ihr meine Kolumnen fleissig gelesen habt, wisst ihr, Verletzlichkeit verbindet. Die Gesellschaft trägt einen grossen Teil dazu bei, aber auch unsere eigenen negativen Glaubenssätze spielen eine grosse Rolle. Bei meinen Coachings gibt es immer diesen einen Schlüsselmoment, bei dem ich die Teilnehmer auffordere, ihre Glaubenssätze zu formulieren. Das sind Sätze wie «Ich kann das nicht», «Das Leben ist schwierig» oder «In Beziehungen ist das nun mal so». Sobald man sich nämlich seiner Glaubenssätze bewusst wird, kann man sie bearbeiten, transformieren und auflösen. Den anderen Schlüsselmoment erlebe ich meist, wenn das Bewusstsein fürs eigene Ich geschaffen wird. Wer bin ich, was für Werte habe ich und wozu bin ich da? Unser erster Gedanke in der Früh; «Ich habe zu wenig geschlafen» gefolgt von «Mir bleibt zu wenig Zeit». Bevor unsere Füsse den Boden berühren sind wir schon nicht ausreichend oder liegen zurück. Und wenn wir zu Bett gehen, kreisen die Gedanken umDinge, die wir heute nicht bekommen oder nicht erledigt haben. Formen tun wir solche Gedanken durch den ständigen Vergleich unseres Lebens, unserer Familie und unserer Beziehungen mit unerreichbaren, mediengesteuerten Visionen vom perfekten Leben. Oder wir vergleichen unsere Realität mit einer fiktionalen Vorstellung, wie toll es andere haben. Auch Nostalgie ist eine gefährliche Form von Vergleich. Wie oft denken wir an etwas zurück, was unsere Erinnerung so zurecht gelegt hat, wie es eigentlich in dem Moment gar nicht wirklich war, und vergleichen dann unser momentanes Leben damit? «You will never look like the girl in the magazine. The girl in the magazine doesn’t even look like the girl in the magazine.» Kämpfe öfters mal mit einem «Ich bin nicht perfekt, aber ich bin gut genug» gegen deine bösen Gehirnbewohner an.

(as)

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