Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Das Schnäppchenportal Wish lockt mit niedrigen Preisen, kann aber auch für die ein oder andere unliebsame Überraschung sorgen. (Screenshot: Wish)
Multimedia
Region|30.08.2019 (Aktualisiert am 30.08.19 10:28)

Wish.com: Reklamationen unerwünscht

Verbraucherschützer warnen vor der Shopping-Plattform Wish. Die bestellten Produkte seien
oft beschädigt oder kommen erst gar nicht an. Kunden, die sich darüber beschweren, werden geblockt.

Das Schnäppchenportal Wish lockt mit niedrigen Preisen, kann aber auch für die ein oder andere unliebsame Überraschung sorgen. (Screenshot: Wish)

Verbraucherschützer warnen vor der Shopping-Plattform Wish. Die bestellten Produkte seien
oft beschädigt oder kommen erst gar nicht an. Kunden, die sich darüber beschweren, werden geblockt.

Die Shopping-App Wish wirbt mit Rabatten von bis zu 90 Prozent auf aktuelle Mode, Schmuck, Kosmetik, Deko und Elektronik. Das Angebot ist ebenso gross wie verlockend. «Wish – Smart Shoppen & Sparen» wirbt der Anbieter für seine Shopping-App. Wish ist ein Markt­platz, auf dem Händler ihre Produkte verkaufen. Anbieter der App ist die Firma ContextLogic aus dem amerikanischen San Francisco. Laut Eigenwerbung hat Wish 70 Millionen aktive Benutzer, eine Million Händler und mehrere Millionen Artikel im Angebot. Wish wirbt damit, dass über Wish gekaufte Produkte 60 bis 90 Prozent güns­tiger seien als im Einzel­handel. Begründet werden die Schnäpp­chenpreise damit, dass der Kunde die Ware direkt vom Hersteller bezieht. Wish – und damit das Unternehmen Context­Logic aus Kalifornien – kauft und verkauft nicht selbst, sondern fungiert nur als Vermittler. Die eigentlichen Verkäufer sitzen nach Einschät­zung deutscher Verbraucherschützer vor allem in China. Dieses Verkaufs­modell hat seine Tücken. Steuern, Versand­kosten und Zoll­gebühren können den Preis, den der Kunde schliess­lich zahlen muss, in die Höhe treiben. Die Liefer­zeiten betragen mitunter mehrere Wochen. Manchmal kommt die Rechnung, bevor die Ware einge­troffen ist. Wer sie nicht bezahlt, riskiert sogar Mahnungen und zusätzliche Inkasso­kosten.

Schlechte Bewertung

Die Verbraucherzentralen in Deutsch­land haben eine Reihe von Kunden­beschwerden gegen Wish zusammen­getragen. Demnach kommen Produkte häufig beschädigt oder gar nicht an. Viele sind schlecht verarbeitet. Testkäufe der Verbraucherzentrale Brandenburg haben die Probleme bestätigt: Minderwertige Qualität, falsche Grössenangaben und vom Produkt abweichende Beschreibungen gehören bei Wish offen­bar zum Alltag. Zu diesem Thema lassen sich auf YouTube unzählige Selbstversuche finden. Kürzlich soll Wish in Deutschland nun Kunden vorgeworfen haben, die «grosszügigen Rückerstattungs- und Rückgaberichtlinien» missbraucht zu haben. In der Folge soll Wish Konten der betroffenen Kunden gesperrt und sie vom Kundenservice ausgeschlossen haben. Dadurch gäbe es für die Kunden keine Möglichkeit mehr, noch offene Bestellungen zurückzusenden. Es sei auch nicht mehr möglich, Mängel zu reklamieren oder etwa verloren gegangene Lieferungen zu melden.

Gesperrte Kundenkontos

Gegenüber den gesperrten Kunden soll Wish die Sperrung durch angeblich «übermässig viele Rückerstattungen» begründet haben – selbst bei Kunden, die zuvor nur einen Artikel retourniert haben sollen. So habe Wish sie dazu aufgerufen, weiter auf dem Onlinemarktplatz einzukaufen. Nur dadurch liesse sich der «gute Ruf» des Kontos, der Zugriff zum Kundenservice, wiederherstellen. Keine gute Idee und schon gar keine Lösung, denn Kunden laufen somit bei jeder Bestellung Gefahr, dass Wish sie daran hindert, ihre Käuferrechte wahrzunehmen. Ist das Kundenkonto einmal von Wish markiert, haben Verbraucher keine Möglichkeit mehr, noch offene Bestellungen zurückzusenden, Mängel zu reklamieren oder etwa verloren gegangene Lieferungen zu melden. Wer ein gesperrtes Konto besitzt und nicht auf das Angebot von Wish verzichten will, kann es über die Eröffnung eines weiteren Kundenkontos versuchen. Eigentlich sowieso besser für das ökologische Gewissen, wenn man es bleiben lässt. Wirklich klar, zu welchen Konditionen diese Produkte die meist aus Fernost angeliefert werden, ist unklar, lässt bei der Preispolitik aber Schlimmes vermuten. Des Weiteren haben die Produkte keine lange Lebensdauer und enden schlussendlich als Elektroschrott. Übrigens lassen sich über die App Produkte bestellen, die in der Schweiz verboten sind, wie etwa automatisch öffnende Springmesser, Schlagruten und Elektroschocker. Wer so etwas bestellt und vom Zoll erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen.

(red)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Multimedia
Region|16.08.2019
Katzenvideos und Memes in deiner Timeline können eine politisierende Auswirkung haben
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung