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Hemd gebügelt, Stiefel geputzt? Dann los! (Fotos: ZVG)
Vermischtes
Region|23.02.2019

Bewegte, bewegende Bilder zum 100.

Kuno Bont hatte wieder einmal zu einer Filmpremiere eingeladen. Vier Jahre lang hat er das Leben und Treiben der Röllelibutzen in Altstätten begleitet. Am 14. Februar präsentierte er das Ergebnis: «Männerreigen».

Hemd gebügelt, Stiefel geputzt? Dann los! (Fotos: ZVG)

Kuno Bont hatte wieder einmal zu einer Filmpremiere eingeladen. Vier Jahre lang hat er das Leben und Treiben der Röllelibutzen in Altstätten begleitet. Am 14. Februar präsentierte er das Ergebnis: «Männerreigen».

Bont erzählte, dass er einst in Oberriet Guggenmusiker war. Das macht ihn zum Fasnächtler. Und nur ein Fasnächtler kann mit liebevoll-ironischem Blick auf die Röllelibutzen und ihre strengen Statuten schauen, wie Bont es in «Männerreigen» tut. Die Filmpremiere war der Auftakt für das Europäische Kultur- und Brauchtumstreffen, welches Altstätten am vergangenen Wochenende aus den Angeln hob.

Tiefe Einblicke

Die Dreharbeiten dauerten zwei Jahre, 80 Stunden Material hat er auf knapp 90 Minuten reduzieren müssen. Auf Kommentare aus dem Off verzichtet er komplett. Die Butzen selber erzählen – sehr ernsthaft – von sich und dem Verein. Die feine Ironie, die aus der einzigartigen Vereinigung ganz normale Menschen macht, ergibt sich aus dem Schnitt.
«Männerreigen» erzählt Fasnachtsgeschichte, doch hauptsächlich konzentriert sich der Film auf die Menschen. Zwischen all den Pflichten, der Arbeit, den Sitzungen, dem Privatleben und natürlich der Fasnacht selbst besinnen sich die Protagonisten immer wieder darauf, dass sie stolz ihren 100. Geburtstag feiern. In den Jahren nach der Vereinsgründung wurde aus einem Haufen wilder Fasnächtler ein geordnetes Miteinander, welches in Statuten geregelt ist. Da wird sogar die Jungfräulichkeit von Frauen thematisiert. Nur unterschwellig wird im Verlauf des Films klar, dass so manches Dogma heute selbstverständlich ignoriert wird. Die Frage, ob irgendwann Frauen mitmachen dürfen, sorgt jedoch für Verwirrung bei den Butzen. Eine wunderbare Filmsequenz!

Mammutprojekt

Wie ein roter Faden zieht sich die Organisation des Europäischen Kultur- und Brauchtumstreffens, durch den Film. Etwa 2000 Teilnehmer sind unterzubringen und zu verpflegen. Bont lässt die Zuschauer in die OK-Sitzungen hineinschauen. Erklärungen sind überflüssig, die Mimik der Teilnehmer sagt alles. Eine Riesenaufgabe!
Das Premierenpublikum, fast vollständig Insider, reagierte mit viel Gelächter und sogar mit Szenenapplaus. Für Bont, der neben Sponsorengeldern auch den Erlös seines erfolgreichen «Deckelbades» investierte, ein grosser Dank.

Ein tiefer Blick in das Leben der Röllelibutzen.

Kino Madlen, Heerbrugg

Do., 7. März, 20.15 Uhr
mit Anwesenheit des Regisseurs
Sa., 9. März, 17.15 Uhr
So., 10. März, 17.15 Uhr
Di., 12. März, 18 Uhr
Kino Rosental, Heiden
Do., 14. März, 20.15 Uhr
mit Anwesenheit des Regisseurs

Weitere Vorführungen folgen

(sw)

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