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V. l. n. r.: Hermann und Annalies Kuppelwieser und Sohn Dominic (hinten), die Angestellte Sara Mader, die Tochter Jacqueline und die beiden agilen Hofhunde Rino und Tyuna (vorne). (Fotos: Simone Wald)
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Region|24.06.2019

Kuppelwiesers Hofladen wird man geerdet verlassen

«Es isch a Büetz», sagt Annalies Kuppelwieser lachend, nachdem sie voller Liebe zu ihrer Arbeit erklärt hat, was der Biohof für sie und ihre Familie bedeutet. Und für die Konsumenten. Und für das Land, das uns ernährt.

V. l. n. r.: Hermann und Annalies Kuppelwieser und Sohn Dominic (hinten), die Angestellte Sara Mader, die Tochter Jacqueline und die beiden agilen Hofhunde Rino und Tyuna (vorne). (Fotos: Simone Wald)

«Es isch a Büetz», sagt Annalies Kuppelwieser lachend, nachdem sie voller Liebe zu ihrer Arbeit erklärt hat, was der Biohof für sie und ihre Familie bedeutet. Und für die Konsumenten. Und für das Land, das uns ernährt.

Biobauer Hermann Kuppelwieser hat die Hälfte seiner Wurzeln in Südtirol. In den 60ern verschlug die Liebe seinen Vater nach Bad Ragaz. In den 70ern wurden der Hof vom Dorf in die Heulöser ausgesiedelt, und so kam die Familie an den jetzigen Standort.

Seit 22 Jahren Bio
Hermann und Annalies Kuppelwieser, die nächste Generation, wagte einen grossen Bruch. Die Rinder verschwanden und Obst ernährte fortan die Familie, Bio-Obst. Annalies schweift ab, erzählt von Blühstreifen, von simpler biologischer Schädlingsbekämpfung mittels eigener Florfliegen und anderen Nützlingen. «Bio steht für die ganze Familie im Zentrum.» Der weitaus grösste Teil der Ernte gelangt über den Grosshandel in die Migros und in den Coop. Seit einem Jahr betreiben sie im ehemaligen Kuhstall auch einen eigenen Hofladen. Dort gibt es nach Saison frisches Obst – aktuell die Beeren – und alles, was aus Obst hergestellt werden kann: Konfi, Sirup, Säfte, Cider, Biirebrot ...

Starke Partner
Zu eigenen Produkten gesellten sich nach und nach Produkte von Partnern, es gibt Biogemüse der Familie Gaupp aus Untervaz, Nudeln und Essige aus kleinen Manufakturen. Der Honig der Flumser Imker «Jenny & Jonas», deren Bienen auf Kuppelwiesers Hof stehen, schmeckt immer wieder anders, je nachdem, welche Blüten die Bienen anfliegen. Im Sortiment sind einige Produkte, die nicht biozertifiziert sind. Die sind deutlich gekennzeichnet. «Das sind Produkte», sagt Annalies, «die wir guten Gewissens verkaufen. Wir wissen, woher die Sachen kommen, wir kennen die Betriebe und die Menschen, die dort arbeiten.» Auch die Produzenten der südtiroler Spezialitäten hat die Familie besucht. In der «Südtiroler Ecke» gibt es die einzigen Waren, die nicht aus der Schweiz stammen. Es ist ein Kompromiss und eine Hommage an Hermanns Vater und die eigenen Wurzeln.

Leben im Jahreslauf
Sie sind so nah dran am Puls der Natur, wie nur Bauern es sein können. «Wer in der Migros einen Apfel kauft, macht sich heute keine Vorstellung mehr davon, wie viel Arbeit es braucht, um den Apfel dorthin zu bringen», sagt Hermann. Weil es alles zu jeder Zeit zu kaufen gibt, geht vielen das Gefühl dafür verloren, welches Obst, welches Gemüse wann Saison hat. Wer sich im Hofladen auf den Strohballen niederlässt und mit einem der Kuppelwiesers ins Gespräch kommt, tritt komplett geerdet wieder hinaus. Dorthin, wo die Hühner sich frei bewegen, die Hofhunde freundlich aber bestimmt ein Stück Holz vor die Füsse legen und zum Spielen auffordern. Ein kleines Stück heile Welt.

(sw)

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