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(Fotos: Ursina Marti)
Dini Chance
Region|12.09.2019 (Aktualisiert am 12.09.19 14:40)

«Den Krankenbruder gibt’s nicht, ich bin Pflegefachmann»

GRABS - Über Umwege zum Traumberuf, dies hat Lukas Näf aus der Weite der Gemeinde Wartau hinter sich. In der Sonderbeilage «Dini Chance» hat er uns mehr über seine Arbeit in einem typischen Frauenberuf erzählt. 

(Fotos: Ursina Marti)

GRABS - Über Umwege zum Traumberuf, dies hat Lukas Näf aus der Weite der Gemeinde Wartau hinter sich. In der Sonderbeilage «Dini Chance» hat er uns mehr über seine Arbeit in einem typischen Frauenberuf erzählt. 

Der heute 25-Jährige machte eine Lehre als Zimmermann und merkte dann rasch, auf dem Bau wollte er nicht alt werden. Dennoch arbeitete er als Monteur und absolvierte danach ein Jahr lang das Militär. Zurück zu Hause war ihm klar, jetzt will er eine Auszeit und sich die Welt anschauen mit einem Sprachaufenthalt. Im Ausland nahm er sich die Zeit, um herauszufinden, was er in Zukunft arbeiten will. Da seine Mutter und seine beiden Schwestern im Pflegebereich arbeiten, wollte auch er sich diese Arbeit genauer anschauen und hat in verschiedenen Sparten der Pflege geschnuppert. Er hat sich beworben und in der Klinik in Pfäfers seine Ausbildung Pflegefachmann im Bereich Psychiatrie begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen. Seit April 2019 arbeitet er im Spital Grabs, das zur Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland gehört. Zwar arbeiten im Bereich Pflege vorwiegend mehr Frauen, doch Lukas Näf hat auch männliche Arbeitskollegen: «In den technischen Fächern wie zum Beispiel der Intensivpflegestation, Notfallstation oder die Rettungssanitäter, da sind schon eher noch die Männer angesiedelt. Ich sehe aber, dass sich auch immer mehr Männer für den Pflegefachmann interessieren und sich zu diesem Beruf ausbilden lassen.»

«Ich sehe durchaus nur Vorteile. Ich habe gehört, dass es nicht gut sei, wenn nur Frauen miteinander arbeiten oder nur Männer. Es gibt immer etwas Spannung untereinander und wenn man beides hat, sorgt das andere Geschlecht jeweils für einen Ausgleich.»

Bis vor seiner zweiten Ausbildung hatte Lukas Näf den extremen Gegensatz und nur mit Männern zu tun. Nun seien es zwar fast nur Frauen, doch der Mix sei entscheidend. «Ich sehe durchaus nur Vorteile. Ich habe gehört, dass es nicht gut sei, wenn nur Frauen miteinander arbeiten oder nur Männer. Es gibt immer etwas Spannung untereinander und wenn man beides hat, sorgt das andere Geschlecht jeweils für einen Ausgleich.» Auch die verschiedenen Temperamente seien spürbar und die Stimmung stimme meist im Team. So wie er bei der Arbeit als Mann akzeptiert werde, sei es auch zu Hause. Unter seinen Freunden und im Umfeld gab es aber durchaus auch schon die Aussage «Krankenschwester» oder «Füttlaputzer» zu hören, darauf hat aber Lukas Näf stets eine Antwort bereit. «Bei Leuten, die mich so betiteln, gehe ich gerne in die Offensive und versuche, eine Diskussion zu starten. So kann ich auch schnell klarstellen, dass der Beruf Pflegefachmann weitaus mehr ist und man vieles können muss. Nebst der Pflege muss man auch planen und delegieren können.»

Auf dem Bau arbeitet man meist von Montag bis Freitag und dies auch geregelt von etwa 7 Uhr bis 17 Uhr, am Wochenende hat man dann frei. Im Pflegebereich ist das anders, denn da gehören Früh-, Spät- und Nachtschichten zum Alltag und auch am Wochenende wird gearbeitet. Manchmal vermisst Lukas Näf das Wochenende, es habe aber durchaus auch Vorteile, wenn man unter der Woche Freizeit hat: «Wenn man früh genug plant und sich dementsprechend einrichtet, kann man fast an jedem Fest teilnehmen. Und die klaren Vorteile spüre ich gerade im Sommer, denn ich bin gerne in der Natur unterwegs, da kann ich alleine wandern, oder wenn ich einkaufen muss, ist das Geschäft nicht überfüllt.»

Mit einem Lächeln im Gesicht findet Lukas Näf schnell die Antwort auf die Frage, welche Aspekte im Pflegefachberuf ihm besonders gut gefallen. Das Arbeiten mit Menschen liege ihm einfach und es gefalle ihm, egal ob mit Patienten oder Mitarbeitern. «Jeder Tag ist eine Überraschung, denn jeder Tag bringt mich in neue Situationen und ich weiss nicht, welche Patienten neu dazugekommen sind. Und egal wie schlecht es einem Menschen geht, der bei uns im Spital behandelt wird, wir können mit einer guten Betreuung vieles verändern.» Diese Rückmeldung komme auch immer wieder von den Patienten und es sei schön zu hören, dass man seinen Job gut gemacht hat.

(um)

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