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Für Mausi wäre kein Winter ohne Maroni möglich. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Region|18.12.2020

Kein Winter ohne heisse Maroni

Bereits Anfang Oktober riecht es vielerorts nach feinen, heissen Maroni. Es führt kaum ein Weg drumherum, einen Sack mit nach Hause zu nehmen und zu vernaschen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Buchengewächs?

Für Mausi wäre kein Winter ohne Maroni möglich. (Fotos: Michael Zanghellini)

Bereits Anfang Oktober riecht es vielerorts nach feinen, heissen Maroni. Es führt kaum ein Weg drumherum, einen Sack mit nach Hause zu nehmen und zu vernaschen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Buchengewächs?

Wann genau die Maroni und Edelkastanien nach Liechtenstein gekommen sind, weiss selbst der «Maroni-Profi» Peter Schädler, auch bekannt als Mausi, nicht genau. «Seit ich mich erinnern kann, gibt es bei uns Maroni. Bei uns gibt es diese aber schon in der zweiten oder dritten Generation», meint Schädler. Dass sie aber nicht aus Liechtenstein und der Ostschweiz kommen, wird aber schon ersichtlich, wenn man weiss, was die Kastanien und Maroni zum Gedeihen brauchen. «Es gibt schon Sorten, die bei uns wachsen, diese wurden aber gesetzt. In Triesen hat es ein paar Bäume, die jedes Jahr schön kommen», sagt Schädler. Auch am Walensee gäbe es Bäume mit Edelkastanien – vor allem in Murg. «Die Erde muss ziemlich sauer sein. Ausserdem brauchen die Maroni circa 2000 Sonnenstunden, damit sie schön wachsen», erklärt Schädler. Somit sind gerade südlichere Länder gute Gebiete für Edelkastanien und Maroni. China gilt als grösster Lieferant. Die betreffenden Maroni seien aber nur für den chinesischen Markt. Auch in der Türkei, in Portugal oder in Neuseeland gebe es viele davon.

Schädler bezieht seine Maroni aber aus keinem der genannten Länder: «Ich beziehe meine Maroni aus Italien. Mein Lieferant ist einer der grössten der Welt.» Eigene Bäume besitzt Schädler nicht. Denn es dauere 15 bis 17 Jahre, bis ein Baum für die erste Ernte bereit ist. Dann gehe es nochmals gut 30 Jahre, bis man den vollen Ertrag hat. Grundsätzlich würden Bäume meist für die nächste Generation gesetzt.

Kastanie ist nicht gleich Kastanie

Essbar seien Maroni und Edelkastanien. Meist habe der sogenannte Igel der Edelkastanie drei bis vier Früchte im Innern. In der Maroni seien es ein bis zwei Früchte. Zudem seien Maroni rund und die Edelkastanie eher flach. «Maroni rollen in der Pfanne besser und verbrennen dadurch weniger», sagt Schädler. Aber Achtung: Kastanie ist nicht gleich Kastanie. Alleine unter den Edelkastanien gäbe es gut 100 verschiedene Sorten. Ausserdem gäbe es auch noch die Rosskastanie, die gerne verwechselt werde. Diese ist allerdings nicht essbar.

Von Anfang Oktober bis Ende Februar verkauft Schädler heisse Maroni in Schaan. Dabei gingen gut sieben bis neun Tonnen über den Ladentisch. Das sei nicht nur gut fürs Geschäft, sondern auch für die Gesundheit, meint Schädler: «Ich esse jeden Tag Maroni. Sie sind basisch und entsäuern den Körper. Wenn ich den ganzen Herbst lang Maroni esse, habe ich danach kein Sodbrennen mehr.» Maroni haben viele Vitamine, kein Fett und genau so viel Stärke wie Kartoffeln. «Isst man zwei bis drei Maroni am Tag, geht es einem gut. Das müsste man bei der Krankenkasse abziehen können, so gesund wie die sind», schmunzelt Schädler.

(um)

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