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Die Jugendlichen finden dank dem Brückenangebot «der Weg» leichter ins Berufsleben. (Foto: ZVG)
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Region|16.04.2021

Neues Brückenangebot zeigt Jugendlichen neue Wege

«Der Weg» heisst das Brückenangebot, welches in der Region Sarganserland/ Werdenberg in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal durchgeführt wird. Das Zwischenjahr soll Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern und als Orientierungshilfe für die Zukunft gelten.

Die Jugendlichen finden dank dem Brückenangebot «der Weg» leichter ins Berufsleben. (Foto: ZVG)

«Der Weg» heisst das Brückenangebot, welches in der Region Sarganserland/ Werdenberg in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal durchgeführt wird. Das Zwischenjahr soll Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben erleichtern und als Orientierungshilfe für die Zukunft gelten.

Markus Roth ist Schulleiter vom Brückenangebot «Der Weg» und erinnert sich noch gut daran, wie die Grundidee zum Angebot entstanden ist. «Im Sarganserland gab es früher die Brückenangebote Haushaltungsschule Broderhaus und Sarganserländer Sozialjahr SSJ. Als diese Angebote aufgelöst respektive zum Kanton übergingen, hatten Initianten die Ideen, ein neues Brückenangebot zu gründen. Ziel war es, nur eine beschränkte Anzahl von Jugendlichen aufzunehmen, damit genügend Zeit für die Betreuung bleibt. Im August 2019 startete dann das erste Schuljahr mit der Maximalzahl von 16 Jugendlichen.»

Einstieg in die Berufswelt während der Pandemie

In Buchs gebe es kantonale Brückenangebote sowie auch das zehnte Schuljahr in Vaduz, erklärt Markus Roth, der gemeinsam mit Marlies Bislin das Brückenjahr organisiert. «Dazu gibt es noch das Freiwillige Soziale Jahr FSJ im Liechtenstein. Mit diesem Angebot arbeitet «‹Der Weg› übrigens zusammen. » Der Einstieg in die Berufswelt sei aber auch anspruchsvoller geworden seit dem Ausbruch vom Coronavirus im letzten Jahr. «Die ganze Pandemie ist für Jugendliche an und für sich schon schwierig. Wenn sie dazu noch in der Berufswahl sind, macht es dies noch schwieriger. Die Jugendlichen machen sich schon Sorgen, auch weil sie teilweise kaum Schnuppermöglichkeiten bekommen.» Doch nicht nur dies stellt die Jugendlichen momentan vor Herausforderungen, auch ist das Einstiegsalter in die Berufswelt oft zu tief. «Für viele Jugendliche ist dieser Schritt zu früh. Sie stecken mitten in ihrer Entwicklung. Manchmal macht ein Jahr mehr Zeit in der Berufswahl viel aus.» Bei «Der Weg» sei es zudem möglich, in ganz neue Bereiche reinzuschauen. «Schulisch sollen sie ihr Wissen aufrechterhalten und allfällige Lücken schliessen. Sie erhalten dazu viele Erfahrungen für ihren Rucksack. Vor allem im Familienpraktikum lernen sie viele neue Aspekte kennen, dazu gibt es für sie spannende Einblicke in die Berufswelt. Da nicht nur die üblichen Schulfächer unterrichtet werden, können sie auch neue persönliche Aspekte mitnehmen (zum Beispiel Unterricht in Psychologie, Gesundheit und Sozialem, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung).»

Sport und ein Plan B

Einen wichtigen Teil der Ausbildung im Brückenjahr bilden Praktika. Dieser Fokus sei laut Markus Roth extrem wichtig als Eingewöhnung. «Die Jugendlichen, welche zu uns kommen, kennen meist nur den Schulbetrieb. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sie Erfahrungen in der Berufswelt machen können. Im ersten Praktikum lernen die Jugendlichen das Leben und Arbeiten in einer Familie kennen, im zweiten sind sie dann in einem Betrieb und lernen die Berufswelt näher kennen.» Ausserdem seien Sportler bei ihnen sehr willkommen. «Aus meiner Tätigkeit im Sport kannte ich das Problem, dass junge Sportlerinnen und Sportler nach der obligatorischen Schule nicht wissen, wie es weitergehen soll. Nicht alle wollen oder können auf das Sportgymnasium, nicht alle wissen schon, welchen Beruf sie lernen möchten. Dazu kommt, dass sportlich in diesem Alter auch noch nicht klar ist, ob sie den Schritt schaffen. Im Zwischenjahr «Der Weg» können sie an der Berufswahl arbeiten und erhalten gleichzeitig die nötige Zeit, um an der Sportkarriere zu arbeiten.» So können die Jugendlichen sich orientieren und überlegen, ob neben dem Sport nicht auch noch eine berufliche Karriere infrage kommt. «Im Sport ist eine Verletzung schnell passiert. Auch schaffen nur wenige eine Profikarriere. Es ist deshalb wichtig, eine Grundausbildung zu haben. Dies als Plan B, wenn es sportlich nicht klappt. Junge Sportler sind in erster Linie auf die Eltern, später auf Sponsoren und Verbände angewiesen, um ihren Traum verwirklichen zu können.»

(ci)

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