Erika Dürr, Dominic Hehli und Christa Dürr sind die Macher vom Verein HelpiS. (Fotos: ZVG)
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Region|14.05.2021

Kindern in schwierigen Zeiten eine kleine Freude machen

Ein Spitalaufenthalt ist nie schön. Gerade für Kinder kann dies angsteinflössend sein, da sie in der Regel nicht wissen, was passiert. Wenn dann auch noch Nadeln und Spritzen zum Einsatz kommen, wird es schlimm. Infusionen, Medikamente und piepsende Geräusche jagen den Kindern Angst ein. Dieser Angst will der Verein «HelpiS » aus dem St. Galler Rheintal entgegenwirken.

Erika Dürr, Dominic Hehli und Christa Dürr sind die Macher vom Verein HelpiS. (Fotos: ZVG)

Ein Spitalaufenthalt ist nie schön. Gerade für Kinder kann dies angsteinflössend sein, da sie in der Regel nicht wissen, was passiert. Wenn dann auch noch Nadeln und Spritzen zum Einsatz kommen, wird es schlimm. Infusionen, Medikamente und piepsende Geräusche jagen den Kindern Angst ein. Dieser Angst will der Verein «HelpiS » aus dem St. Galler Rheintal entgegenwirken.

Persönliche Erfahrungen mit Spitalaufenthalten brachten die Präsidentin der «HelpiS», Christa Dürr, und ihren Cousin Dominic Hehli auf die Idee, den Verein zu gründen. Samuel, der Sohn von Dürr, erkrankte vor zwei Jahren an Krebs und verbrachte die meiste Zeit im Kantonsspital St. Gallen. Der Infusionsständer stand Tag und Nacht neben dem Bett. Es sei kein schöner Anblick gewesen, erinnert sich Mitgründer Dominic Hehli: «Samuels Mama deckte die Infusionsflasche immer mit einem Tuch ab. Damit hatte das Pflegepersonal aber keine Freude, denn so konnten sie nicht mehr in die Flasche hineinsehen. » So kamen Hehli und seine Cousine sowie Samuel auf die Idee, die kleinen «HelpiS» zu produzieren. «Die ‹HelpiS› sind Plüschtiere, die von vorne die komplette Flasche abdecken, hinten aber frei sind. Vor dem Produktionsstart hätten die Drei die «HelpiS» dem Kantonsspital St. Gallen gezeigt, diese besprochen und so entwickelt, dass sie auch Sinn ergeben.

Ein Löwe, ein Hase, ein Affe und ein Pinguin sind die ersten «HelpiS », die bereits in Chur, Genf, Zürich, St.Gallen und auch im österreichischen Linz verteilt wurden. Eigentlich gebe es auch ein Schaf. Doch das könne momentan nicht produziert werden, da es Engpässe bei den Stofflieferungen gebe. «Die ‹HelpiS› decken nicht nur die Flaschen ab, sondern geben den Kindern auch Kraft und Hoffnung. Die beschenkten Kinder aber auch ihre Eltern haben Freude daran», sagt Hehli. Rückmeldung gab es nicht nur seitens Eltern und Kindern, sondern auch vom Spitalpersonal: «Wir haben sehr viel Kontakt zu verschiedenen Spitälern, und praktisch alle sagen dasselbe. Sie arbeiten seit Jahren in diesem Bereich. Auf eine solche Idee sei aber noch niemand gekommen.»

«HelpiS» auch als mentale Therapie

Momentan produziert der Verein fleissig an den «HelpiS». Teils würden die Plüschtiere auch gekauft. Dem Verein ist es aber ein Anliegen, dass das kranke Kind oder die betroffenen Eltern nichts bezahlen müssen. «Sie haben es sowieso schon schwer, dann wollen wir nicht, dass sie für einen ‹Helpi› bezahlen müssen. Wir wollen ihnen eine Freude bereiten und ihnen damit den Weg durch die schwierige Zeit ein Stück weit vereinfachen », erklärt Hehli. Die «HelpiS» seien zudem auch eine Herzensangelegenheit für Samuel gewesen. Er erkrankte vor zwei Jahren an Krebs und verstarb kurz nach dem Interview im zarten Alter von 17 Jahren. Er sei bis zuletzt Feuer und Flamme der «HelpiS» gewesen. Samuel, seine Mutter und Dominic Hehli hatten gemeinsam die Tierfiguren ausgewählt, zeichnen lassen und in der Türkei produzieren lassen. Bereits im März konnten sie dann die ersten «HelpiS» verteilen. Dürr weiss, was es bedeutet, das eigene Kind täglich am Krankenbett zu besuchen. Die «HelpiS» sollen die Lebensfreude ein Stück weit zurückbringen. Die Mitglieder steckten ihr eigenes Geld in die Produktion, um die Idee voranzutreiben. Damit die «HelpiS» auch weiterhin verschenkt werden können, ist der Verein auf Spenden angewiesen.

Nebst dem Pinguin, Hase, Löwe und Affe gibt es auch noch ein Schaf. Auf­grund von Liefe­regpäs­sen mit dem Stoff, kann das Schaf noch nicht produziert werden.

Weitere Ideen geplant

Neben weiteren «HelpiS» will der Verein auch kleine Taschenbücher produzieren, erzählt Hehli: «Wir wollen nicht nur weitere ‹HelpiS› produzieren, sondern auch jedem Tier seine eigene Geschichte geben. Diese wollen wir dann den jeweiligen ‹HelpiS› beilegen, damit die Kinder auch eine kleine Lektüre haben.» Für die Geschichten erhielten die Drei Unterstützung von Samuels Psychologin. Samuel war zuletzt nicht mehr im Spital, sondern durfte zu Hause bei seiner Familie sein. Als Folge seiner Krankheit war er vom Hals abwärts gelähmt und auf intensive Pflege angewiesen. Trotz der schlechten Prognosen habe er den Mut nie verloren. «Die ‹HelpiS› lagen Samuel sehr am Herzen. Er sprudelte förmlich von Ideen. Er war der Kopf hinter den ‹HelpiS›», sagt Hehli. Die «HelpiS» werden für immer daran erinnern, wie viel Herzblut Samuel investierte: Dafür steht der Buchstabe «S» für Samuel.

Verein «HelpiS» unterstützen

Um möglichst vielen kranken Kindern in den inund ausländer Spitälern ein «HelpiS»-Plüschtier schenken zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Die Artikel können Sie entweder im Shop für 27 Franken kaufen, oder Sie beteiligen sich mit einer Direktspende daran.

Spendenkonto: CH94 0900 0000 1560 3304 2

www.helpis.ch

(um)

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