Gemeinderat Reto Killias schätzt den Zusammenhalt und die Geselligkeit in seiner Wahlheimat Mels. (Foto: Michael Zanghellini)
Ortsporträt Mels
Region|27.08.2021

Wo Tradition, Geselligkeit und Modernität aufeinandertreffen

Mels gehört gemeinsam mit Sargans zu den ältesten Gemeinden im Sarganserland. Eine kulturelle, grosse und doch heimelige Gemeinde, die bereits über 8800 Menschen ihr Zuhause nennen.

Gemeinderat Reto Killias schätzt den Zusammenhalt und die Geselligkeit in seiner Wahlheimat Mels. (Foto: Michael Zanghellini)

Mels gehört gemeinsam mit Sargans zu den ältesten Gemeinden im Sarganserland. Eine kulturelle, grosse und doch heimelige Gemeinde, die bereits über 8800 Menschen ihr Zuhause nennen.

Gemeinderat Reto Killias ist eigentlich ein Churer. Seinen Bündner Dialekt kann er nicht verbergen, er ist aber der Liebe wegen nach Mels gezogen und auch noch nach 22 Jahren gerne in der Gemeinde zu Hause. Hier fühlt er sich wohl: «In Mels habe ich alles: ein vitales Dorfleben, ein breites Kulturangebot, ein Hallenbad, ein aktives Vereinsleben, viel Geselligkeit und dies mitten auf dem Land mitten in herrlicher Natur. Und auch wenn ich in ein breites Einkaufsangebot brauche oder in eine Stadt möchte, alles wird mitgeboten.» Für Killias sei gerade der Dorfzusammenhalt mit all seinen Festen und die Geselligkeit sehr wichtig. Wie man bereits von anderen Melsern hörte, sagt auch er, dass man auf dem Dorfplatz eine Festbank hinstellen könne, und es gehe nicht lange, bis sich Menschen zusammenfinden.»

Ein Jahr voller Traditionen

Ob kalte oder warme Jahreszeit, Regen oder Sonne: In Mels ist immer etwas los. Zu Jahresbeginn ist die Gemeinde eine der Fasnachtshochburgen in der Region. Von der «Iihuttlätä» am Schmutzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch wird praktisch durchgefeiert. Auch die bekannten Veranstaltungen wie das Brunnenfest, das Dorffest, das Tiergarten Höhlenfest und das Grümpelturnier des FC Mels gehören zu gesetzten Terminen. Hinzu kommen die Vereinsanlässe wie der Heimatabend, die Musikkonzerte, die Turnerunterhaltung. Ebenfalls immer dabei: die Alpabfahrten. Wenn das Vieh nach rund drei Monaten zurück ins Tal kommt, ist kaum ein Melser mehr zu Hause anzutreffen. «Wir sind ein lebendiges Dorf mit ländlichem Charakter. Das schätzen die Menschen hier. Ausserdem haben wir ein gepflegtes Brauchtum und sehr viele Traditionen, die weit zurückgehen », erklärt Killias. Über 80 aktive Vereine zählt die Gemeinde: «Alle unsere Vereine leisten einen grossen Beitrag zu einem vielfältigen Angebot, prägen und erhalten unsere Dorfkultur und schaffen Möglichkeiten, dass die Melser Bevölkerung ihre Geselligkeit ausleben kann.»

Veränderungen und Altbewährtes

Tradition und Brauchtum werden gelebt und Mels achtet darauf, dass es seinen Charakter behält. Zugleich soll aber auch Neues seinen Platz haben: In den neuen Räumlichkeiten des grossen, weinroten Kultur- und Kongresshauses Verrucano sollen viele Veranstaltungen stattfinden. Auch der vorgelagerte neue Rathausplatz mit den kleinen Wasserfontänen soll belebt sein. Aktuell wird die Begegnungszone umgesetzt. Und wer einen Blick in die Höhe wagt, dem sticht das «Uptown Mels» ins Auge. Die ehemalige Textilfabrik, ein imposantes Baudenkmal, wird seit einiger Zeit umgebaut in ein neues, modernes Wohnquartier mit viel Charme. Dass solche Veränderungen teils mühsame Baustellen mit sich bringen, ist auch Killias klar, dennoch können sie nicht verhindert werden: «Umleitungen sind eine Folge von Bautätigkeiten. Wenn wir sehen, was dabei entsteht, ist es ja auch schön. Dafür müssen wir die eine oder andere Baustelle in Kauf nehmen.» Ein grosser Punkt, der in Mels aktuell beschäftige, sei das Altersheim, sagt Killias: «Die Pandemie hat den Wandel bezüglich Bedürfnisse und Anforderungen in der Alterspflege beschleunigt. Wir müssen dieser Tatsache ins Auge sehen und haben jetzt die einzigartige, aber komfortable Situation, dass die Bevölkerung darüber abstimmen kann, wie sie ihre Alterspflege haben will.» Vor der Pandemie war der Gemeinderat mit der Planung der Sanierung und eines Neubaus des Altersheims beschäftigt: «Durch den ‹Brandbeschleuniger› Corona stellt er in der Bevölkerung ein Umdenken fest. Die Leute wollen nicht mehr in einem Altersheim leben», erklärt Killias. Zudem ergeben sich Aufgaben, weil Mels nicht kleiner, sondern grösser wird: «Von einem auf den anderen Monat kamen 100 Menschen dazu, und sie alle haben Bedürfnisse. Es braucht Schulen, eine gute Altersversorgung sowie Infrastruktur und vieles mehr. All dem müssen wir als Gemeinde gerecht werden. Für uns sind das grosse Schritte, die mit finanziellen Konsequenzen verbunden sind.»

(um)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Region|gestern 12:00
Hondas Optimismus ist ungebremst
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung