Cocktail Mix Maschine. (Fotos: ZVG)
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Region|21.09.2021 (Aktualisiert am 21.09.21 11:45)

Freifachkurs Arduino bringt Bewegung ins bzb

Im bzb wird für Polymechaniker EFZ (E-Profil) und Konstrukteure EFZ im 3. Lehrjahr der Freifachkurs «Arduino Grundlagen, SPS-Anwendung» angeboten. Dabei können am Ende gar einfache Hooverboards oder Selecta-Automaten programmiert werden.

Cocktail Mix Maschine. (Fotos: ZVG)

Im bzb wird für Polymechaniker EFZ (E-Profil) und Konstrukteure EFZ im 3. Lehrjahr der Freifachkurs «Arduino Grundlagen, SPS-Anwendung» angeboten. Dabei können am Ende gar einfache Hooverboards oder Selecta-Automaten programmiert werden.

Der einsemestrige Freifachkurs beginnt bei den Grundlagen des Programmierens. «Wir bringen anfangs beispielsweise eine Diode zum Leuchten», erklärt Stephan Tanner, Fachlehrperson Berufskunde. Weil immer häufiger Arbeiten im Alltag, die bisher die Mitwirkung eines Menschen erfordert hätten, nun von Mikrocontrollern und SPS-Steuerungen übernommen würden, werde der Freifachkurs «Arduino Grundlagen, SPS-Anwendung» angeboten. Für den SPS-Bereich ist Janos Magdika, Fachlehrperson Berufskunde, zuständig. Der Besuch dieses Kurses soll den Lernenden einen Einstieg in die modernen Technologien ermöglichen. «Das Ziel ist es, etwas Neues zu machen und zum Laufen zu bringen», so Tanner. Gefordert sind Grundkenntnisse in Informatik und CNC-Technik sowie Grundlagen der Pneumatik und Elektropneumatik. «Spannend an diesem Kurs ist, dass das Thema gerade nicht mit dem Betriebsalltag zusammenhängt», erklärt Tanner. Aber für die weiterführende Fachhochschule OST müssten die Studierenden einen Roboter bauen, «das geht mit diesem Vorwissen dann einfacher».

«Das etwas andere Denken» ist gefordert

Gearbeitet wird mit der aus Open-Source-Soft- und Hardware bestehenden Arduino-Plattform, die 2005 in einer Bar namens Arduino in Italien entwickelt wurde. Die Entwicklungsumgebung wurde so gestaltet, dass auch Nicht-Elektroniker einfach ihre Projekte erstellen können. Die Programmierung erfolgt in einer C- bzw. C++-ähnlichen Programmiersprache. Die Plattform kann von jedermann verwendet werden, um eigenständige interaktive Objekte zu steuern, um mit Softwareanwendungen auf Computern zu interagieren oder um interaktive Installationen aufzubauen. Am Freifachkurs am bzb haben im letzten Semester Lernende mit unterschiedlichen Vorkenntnissen teilgenommen. «Die einen hatten das erste Mal einen Lötkolben in der Hand, andere sind mit mehr Vorwissen gestartet», erinnert sich Tanner. Es gehe darum, wegzukommen vom Bekannten. «Wir brauchen hier vor allem Logik und etwas anderes Denken, was auch im Berufsalltag gefordert wird», erklärt Tanner. Nach den Grundlagen gehe es dann weiter zu Farbsensoren oder Chipmotoren, damit «immer mehr Elemente dazukommen». In diesem halben Jahr geht es um Funktion und Programmierung von Mikrocontrollern sowie speicherprogrammierbarer SPS-Steuerungen und den effizienten Einsatz vorhandener Hard- und Softwarekomponenten.

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Vom ferngesteuerten Auto bis zum Licht-Klang-Tempel

Das alles wird im Kurs geübt, sodass als Abschluss verschiedene Projekte realisiert und am Semesterende vorgestellt werden können. Eine bunte Palette an Werken der Lernenden zeigt sich: Ein durch ein Smartphone ferngesteuertes 4x4-Spielzeug-Sportauto, dessen Karosserie mittels eines 3-D-Druckers hergestellt worden ist oder eines, das durch eine Beschwerung bis zur 60 Stundenkilometer schnell fährt. Auch ein Hooverboard-Mobil, gesteuert mit einem Playstation-Controller, flitzt dieser Tage durchs Schulzimmer. Eine «Useless Maschine» kann in Betrieb genommen werden, die sich öffnet, woraufhin ein Arm herauskommt, der wieder auf den Ausschaltknopf drückt – eine Maschine, die wie es der Name sagt, eigentlich unbrauchbar ist, die im Kurs gestellte Programmieraufgabe aber natürlich erfüllt. Eine andere Gruppe hat einen Selecta-Automaten konzipiert, der beim Einwurf eines Einfränklers die gewünschten Kaugummis liefert, eine andere einen Licht-Klang-Tempel. Auch einen berührungslosen Seifenspender gibt es zu sehen – das Arduino-Board reagiert auf einen Sensor, der mittels eines Servos einen Draht in Position bringt, um den Seifenspender runterzudrücken. Fachlehrer Tanner freut sich über die Vielfalt an Projekten, die zusammengekommen ist. «Wenn man sich dahinter setzt und so etwas fertigbringt, ist man stolz – auch wenn zwischenzeitlich Frustmomente auftauchen können.»

(um)

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