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Akiro ist 4 Jahre alt und zwei Tage in der Woche mit im Schulunterricht in Grabs im chulhaus Unterdorf dabei. (Fotos: Michael Zanghellini)
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Region|22.10.2021

Cinzia Jörg: «Akiro ist wie unser 23. Schüler»

Jeden Morgen begeben sich in der Schweiz und Liechtenstein Tausende von Kindern auf den Weg zur Schule. Sie haben «z’Nüni» und Hausaufgaben eingepackt und freuen sich, ihre Schulkameraden wieder zu sehen. Im Schulhaus Unterdorf in Grabs wartet in der 6. Klasse sogar ein ganz besonderes «Gspänli»: der Schulhund Akiro.

Akiro ist 4 Jahre alt und zwei Tage in der Woche mit im Schulunterricht in Grabs im chulhaus Unterdorf dabei. (Fotos: Michael Zanghellini)

Jeden Morgen begeben sich in der Schweiz und Liechtenstein Tausende von Kindern auf den Weg zur Schule. Sie haben «z’Nüni» und Hausaufgaben eingepackt und freuen sich, ihre Schulkameraden wieder zu sehen. Im Schulhaus Unterdorf in Grabs wartet in der 6. Klasse sogar ein ganz besonderes «Gspänli»: der Schulhund Akiro.

Ein Hund in einer Klasse? Das ist heute keine Seltenheit mehr. Es gibt sogar eine Ausbildung zum Schulhund. Diese kennen auch die Lehrerin Cinzia Jörg und ihr Labrador Akiro: «Akiro kam schon mit in die Schule, als er vier Monate alt war. Etwa eine bis zwei Lektionen in der Woche. Mit der Zeit nahm ich ihn dann immer mehr mit. Schliesslich habe ich die Schulhundausbildung mit ihm absolviert.» Jörg musste das im Voraus mit der Schulgemeinde abklären. Doch alle hätten positiv auf die Idee, Akiro als Schulhund in Grabs zu integrieren, reagiert. «Zu Beginn war Akiro einfach da. Meistens hat er den Unterricht verschlafen. Heute ist er Teil der Klasse und hat auch kleine Aufgaben», so Jörg.

Mit dem Thema Schulhund habe sich Jörg schon lange zuvor befasst. Es wird empfohlen, den Hund erst dann mit in den Unterricht zu nehmen, wenn er bereits ausgebildet ist. Andere wiederum gaben Jörg den Tipp, Akiro schon davor mitzunehmen. So konnten sich alle Beteiligten an die neue Situation gewöhnen. Die Ausbildung habe sich um mehrere Punkte gedreht: Lerntheorie, Umgang mit Geräuschen, Vorbereitung auf die Einsätze, Beschäftigung und Entspannung, Kommunikation mit dem Hund via Markersignal, Körpersprache des Hundes und des Menschen, Stresszeichen des Hundes, Wichtiges rund um die Einsätze und natürlich der Einsatz im Klassenzimmer. «Auch Akiro musste sich daran gewöhnen, in einem Klassenzimmer zu sein und Kinder um sich zu haben», erklärt Jörg. Akiro habe kleine Sequenzen im Unterricht, in denen er Apportiert, das Glücksrad dreht oder einfach mit im Kreis sitzt und den Unterricht mitverfolgt. Er begrüsse die Kinder zudem.

Mia Crescente

Mir gefällt es sehr, dass wir einen Hund in der Klasse haben. Akiro läuft zum Teil im Schulzimmer herum und wir dürfen ihn streicheln. Vor dem Schulunterricht dürfen wir ihm auch ein Leckerli geben und er ein paar Tricks mit ihm machen. Wenn ich nicht weiterkomme und ihn anschaue, dann kann ich mich besser konzentrieren.

Luisa Günther

Ich finde es sehr spannend, dass wir nicht nur Menschen in der Klasse sind, sondern auch ein Hund anwesend ist. Manchmal ist er wie ein zusätzlicher Schüler. Seine Anwesenheit oder auch, wenn wir ihn streicheln können, das hilft, vor allem wenn ich gerade bei einer Aufgabe nicht weiterkomme oder mich konzentrieren sollte.

Vom Welpen zum ausgebildeten Schulhund

Heute ist Akiro vier Jahre alt. Somit hat er schon einige Schüler kennengelernt. In der ersten sowie auch in der jetzigen Klasse von Jörg hatte es Kinder, die Angst vor Hunden hatten. «Die Kinder die Angst haben, dürfen jederzeit mit für sie genügendem Abstand von Akiro sitzen. Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, dass alle, die Angst hatten, diese überwunden haben. Viele meinten auch schon, dass sie selbst einen Hund wollen. Ich habe sie auch gefragt, ob sie sich jemals vorstellen konnten, sich selbst mal einen Hund wünschen. Die Kinder meinten Nein», sagt Jörg. Akiro macht den Alltag für die Lehrerin sowie auch für die Kinder einfach. Auch, weil er sich nicht aufdränge oder die Klasse aufmischt. Dies sei vor allem bei Kindern, die Angst haben, von Vorteil.

Freund und Vertrauter

Die Kinder vertrauen Akiro und sind froh, dass er mit dabei ist. Das findet auch Till Looser, Sechstklässler bei Cinzia Jörg: «Ich finde es gut, dass Akiro bei uns in der Klasse ist, weil ich mich durch ihn besser konzentrieren kann. Er bringt eine ruhige Stimmung in die Klasse.» Konzentriert zu arbeiten ist nicht immer einfach. Geräusche und Gedanken lenken ab. In solchen Momenten seien die Schüler froh, dass Akiro anwesend ist, wie auch die Schülerin Luisa Günther sagt: «Seine Anwesenheit oder auch, wenn wir ihn streicheln können, hilft. Vor allem, wenn ich gerade bei einer Aufgabe nicht weiterkomme oder ich mich konzentrieren sollte.» All diese Momente seien völlig in Ordnung, wie Jörg erklärt: «Die Kinder, die sich eine Pause nehmen müssen, nehmen sich grundsätzlich eine Pause. Wenn sie den Hund beobachten, dann glaube ich, brauchen sie das in dem Moment einfach.» Neben der Schule und den Kindern mussten auch die Eltern damit einverstanden sein, dass ein Hund mit in der Klasse ist. Sie seien aber von der Idee begeistert gewesen. Mittlerweile sei es für alle normal, dass im Schulhaus Unterdorf auch Akiro zur Schule geht.

Till Looser

Mir gefällt es und ich finde es gut, dass Akiro bei uns in der Klasse ist, weil ich mich durch ihn besser konzentrieren kann und er bringt eine ruhige Stimmung in die Klasse. Den meisten in der Klasse hilft er, damit wir uns im Unterricht besser konzentrieren können.

Valentina Perone

Ich finde es cool, dass wir Akiro in unserer Klasse haben. Wenn ich ins Schulzimmer komme und er sieht mich, freut er sich und wedelt mit dem Schwanz und dann will er «gekräbblet » werden. Ausserdem ist er immer da und wir können ihn jederzeit streicheln.

Luano Carnevale

Es ist teils lustig mit Akiro, er hilft mir aber auch ganz fest. Ich sitze hinten und dann liegt er manchmal bei mir am Boden. Wenn wir eine Prüfung schreiben und er bei mir liegt, dann hilft mir das, damit ich mich besser konzentrieren kann.

(um)

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