Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Jasmine Wettler half schon als Kind ihrer Grossmutter bei Tonarbeiten, heute lebt sie ihre Leidenschaft aus und kreiert Geschirr oder auch Lampenschirme aus Ton. (Fotos: Ursina Marti)
Vermischtes
Region|19.11.2021

Aus einem Klumpen Ton wird einzigartiges Geschirr und Beleuchtung

In einem Zweifamilienhaus hat die Österreicherin Jasmine Wettler ihr Töpferatelier eingerichtet. Dort stellt sie von Hand Schüsseln, Tassen, aber auch Lampenschirme her. Eine Leidenschaft, die sie seit Kindheit verfolgt.

Jasmine Wettler half schon als Kind ihrer Grossmutter bei Tonarbeiten, heute lebt sie ihre Leidenschaft aus und kreiert Geschirr oder auch Lampenschirme aus Ton. (Fotos: Ursina Marti)

In einem Zweifamilienhaus hat die Österreicherin Jasmine Wettler ihr Töpferatelier eingerichtet. Dort stellt sie von Hand Schüsseln, Tassen, aber auch Lampenschirme her. Eine Leidenschaft, die sie seit Kindheit verfolgt.

Bereits als Kind kam Jasmine Wettler in Kontakt mit Ton. Immer wieder half sie ihrer Grossmutter, wenn diese zu Weihnachten Engelchen formte. «Ich war schon immer fasziniert von Ton. Sei es, ihn zwischen den Fingern zu haben, ihn zu formen und natürlich mit ihm zu arbeiten», sagt sie. Eines Tages wollte ihre Grossmutter von Wettler wissen, was sie einmal werden will. Für Wettler war der Fall klar: Töpferin. «Meine Oma meinte dann, dass ich das vergessen kann, da es sowieso keine Stellen gibt und ich ohnehin nicht viel Geld verdienen würde. Deshalb beschloss ich, Köchin zu werden», erzählt Wettler. Das Berufsfeld gefiel der jungen Österreicherin. Sie wechselte deshalb in die Patisserie. Dort konnte sie kreativ sein, mit Farben arbeiten und Spezialitäten formen – ähnlich wie beim Töpfern.

Dank dem Hausbau zurück zum Ton

«Als mein Mann und ich wussten, dass wir ein Haus bauen, durchstöberte ich das Internet nach Lampen. Da entdeckte ich per Zufall Lampenschirme aus Ton. Die gefielen mir zwar sehr, doch ich konnte sie mir nicht leisten. Ich wollte aber unbedingt solche Lampen », erzählt Wettler. Da die 34-Jährige sowieso wieder selber töpfern wollte, besuchte sie einen Töpferkurs in St. Gallen. Danach setzte sie sich zu Hause im Keller an die Drehscheibe und töpferte ihre eigenen Lampen. «Schlussendlich wären die gekauften Lampen wohl gleich teuer gekommen, wie die selbst gemachten, da ich eine Menge Ton verbraucht habe», schmunzelt Wettler. Heute hängen diese ersten Lampen über dem Küchentisch in ihrem Haus.

1 / 3

Auch ansonsten entdeckt man einiges aus Ton im Haus der jungen Familie. Krüge, Schüsseln, Trinkbecher oder auch Espressotassen. Wettler kaufte sich rasch einen eigenen Brennofen und töpfert bis heute jede Woche. «Vor allem Leute, die zu Besuch kamen, haben meine Arbeit gesehen und wollten auch etwas davon haben. Es hat sich herumgesprochen. Somit konnte ich meine Arbeit verkaufen », erzählt Wettler. Mittlerweile hat die vierfache Mutter eine Instagram- Account, über den immer wieder Bestellungen bei ihr eingehen. «Davor lief nicht so viel. Wenn ich den Leuten erzählt habe, dass ich töpfere, fanden es die meisten altmodisch – wie etwa diese typischen Kugeln im Garten», sagt Wettler. Für sie sei immer wichtig gewesen, dass das, was sie töpfert, auch nützlich ist. «Einmal habe ich sogar einen Christbaumständer getöpfert», berichtet Wettler, «da meinte dann mein Mann: ‹Als Nächstes töpferst du noch ein Bett oder was?» Es sei aber beim Christbaumständer geblieben.

Selbstgemachtes sei wieder In. So habe Wettler stets genug zu tun: Immer abends, drei bis vier Tage die Woche, arbeitet sie in ihrem Atelier. «Mit fehlt schon etwas die Zeit, aber dann bräuchte ich jemanden für die Kinderbetreuung. Und das möchte ich nicht», sagt Wettler. Es sei ein toller Ausgleich, obwohl es mittlerweile mehr Bestellungen seien als früher. Sie empfinde das aber nicht als Stress.

Der Weg zum fertigen Produkt

Töpfern sehe einfacher aus als es ist. Zuerst muss der Ton geknetet werden, damit er geschmeidig wird und sich auf der Scheibe besser drehen lässt. Dann müsse man den Klumpen genau zentrieren, damit er erstens nicht schwankt und das Geformte zweitens auch gerade ist. Danach sollen die Finger das Objekt in die gewünschte Form bringen. In einem nächsten Schritt müssen die Tonteile trocknen. Dann werden sie abgedreht, erklärt Wettler: «Wenn sie getrocknet sind, muss ich unten den Boden noch fertig formen. Dann kommt das Logo drauf. Je nachdem, was man benutzt, kommt noch eine Glasur drauf.» Es gäbe zwei Varianten: eine farbige oder eine transparente Glasur. Ist also das Tonprodukt getrocknet, kommt es für den ersten Brand, den sogenannten Rohbrand, in den Ofen. Danach wird es glasiert und kommt für den Glasurbrand ein zweites Mal in den Ofen. Es sind viele Arbeitsschritte, die zum gewünschten Endergebnis führen. Geht mal etwas kaputt, ist das kein Problem – im Gegenteil: Wettler kann dann einfach etwas Neues töpfern und das Sortiment im Küchenschrank ist wieder komplett.

(um)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Region|19.11.2021
Kolumne: Das Pulsieren der Rotlichtviertel
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung