Seit Herbst 2020 ist Andreas Bernold Gemeindepräsident von Wartau. Davor war er bereits 15 Jahre im Wartauer Gemeinderat. (Foto: ZVG)
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Region|17.12.2021 (Aktualisiert am 18.02.22 15:58)

Züge sollen in Zukunft auch in Trübbach wieder Halt machen

Eine Burg, Rebberge und mehrere Dorfteile – das ist Wartau. Hier gibt es Oberschaner oder auch Azmooser und dennoch sind alles Wartauer. Damit interessieren sie sich auch für dieselben politischen Themen. Beispielsweise, ob der einstige Bahnhof zurückkommt oder ob der Steuerfuss wohl wieder sinkt.

Seit Herbst 2020 ist Andreas Bernold Gemeindepräsident von Wartau. Davor war er bereits 15 Jahre im Wartauer Gemeinderat. (Foto: ZVG)

Eine Burg, Rebberge und mehrere Dorfteile – das ist Wartau. Hier gibt es Oberschaner oder auch Azmooser und dennoch sind alles Wartauer. Damit interessieren sie sich auch für dieselben politischen Themen. Beispielsweise, ob der einstige Bahnhof zurückkommt oder ob der Steuerfuss wohl wieder sinkt.

Herr Bernold, was macht das Wartau für Sie aus?

Andreas Bernold:
Die Gemeinde Wartau ist meine Heimat und mein Zuhause. Die «Vieldörfer-Gemeinde » mit ihren sieben Dörfern und zwei Weilern bietet mit ihrem ländlichen Charakter sehr schöne Wohnlagen. Ich schätze die hohe Wohn- und Lebensqualität in unserer intakten Natur und die vielfältigen Naherholungsmöglichkeiten.

In Wartau wird viel gebaut und saniert. Welche Projekte stehen als nächstes an?

Im Moment sind weitere Mehrfamilienhäuser geplant. Neben der Überbauung Bahnhof Nord, die in Bau ist, ist die Zentrumsüberbauung mit Gewerbe- und Wohnraum in Trübbach, sowie zwei Mehrfamilienhäuser in Azmoos in Planung. Darüber hinaus werden in naher Zukunft auch Einfamilienhäuser gebaut und saniert. Somit wird die Bautätigkeit in der Gemeinde auch weiterhin hoch sein.

Wird der Steuerfuss nun sinken, jetzt, da alle Schulhäuser saniert sind?

Die Sanierungen der Schulhäuser sind nun abgeschlossen. Es gibt jedoch wieder Engpässe betreffend Schulraum in den nächsten Jahren. Der Schulrat sowie der Gemeinderat müssen hier verschiedene Möglichkeiten prüfen. Zudem haben die Sanierungen der Schulbauten der letzten Jahre die Abschreibungs- respektive Amortisationskosten erheblich gesteigert. Diese werden sich in unserer Jahresrechnung noch über Jahre hinweg niederschlagen. Im Moment läuft gerade der Budgetprozess 2022. Der Gemeinderat hat die Verantwortlichen aufgefordert, mögliche Einsparungen zu prüfen und diese umzusetzen. Wenn immer möglich, wird der Gemeinderat eine Steuerfusssenkung prüfen und der Bürgerschaft zur Vorlage bringen.

Was passiert mit dem leeren Fabrikgebäude hinter dem Restaurant Selva?

Im Rahmen des Ortsplanungsprozesses hat die Gemeinde in diesem Jahr das Gespräch mit den Eigentümern gesucht, um deren Absichten sowie eine künftige Entwicklung zu besprechen. Im Moment wird ein Teil des Fabrikgebäudes als Lager benutzt. Wie es mit dem Areal in Zukunft weitergeht, steht noch nicht fest. Nicht zuletzt ist dies von der Revision des Zonenplans und des Baureglements abhängig, die frühestens Ende 2023 abgeschlossen ist.

Wird es einen neuen Bahnhof in Trübbach geben?

Im Dezember 2021 sollte die Finanzplanung und somit die Finanzierung der Bahnhaltestelle Trübbach durch die Regierung des Kantons St. Gallen genehmigt werden. Ist dies der Fall, kann die Projektplanung beginnen. Ich gehe im Moment davon aus, dass wir 2025/2026 wieder einen Bahnhalt in Trübbach haben werden. Dadurch wären wir wesentlich besser an den ÖV, speziell in Richtung Buchs und St. Gallen, angeschlossen.

Wird die Seilbahn in Oberschan weiterhin fahren, auch wenn das Kurhaus Alvier schliesst?

Dazu kann ich keine verbindliche Aussage machen. Dies hängt von den Eigentümern und der künftigen Nutzung des Hotels ab. Im Moment ist die Bahn bis auf Weiteres samstags und sonntags jeweils von 8 bis 18 Uhr in Betrieb.

Warum wurde in Trübbach die Post geschlossen? Die Bürger haben sich beklagt, nicht ausreichend über das Geschehen informiert worden zu sein. Jetzt müssen alle Wartauer nach Sevelen zur Post.

Im Herbst 2017 bis März 2018 wurden mit der Petition zum «Erhalt einer Poststelle in Trübbach» mehr als 1262 Unterschriften gesammelt. Die Petitionäre forderten, in Trübbach für die Gemeinde Wartau eine klassische Poststelle zu erhalten, die sämtliche Postdienstleistungen sowie einen umfassenden Service und Beratung anbietet. Behörden wie politische Gemeinde Wartau, Ortsgemeinde und Dorfkorporation Trübbach unterstützten diese Petition. Dadurch konnte eine Postschliessung bereits für das Jahr 2019 verhindert werden. Eine nochmalige Verzögerung war für die Behörde nicht möglich. Der Gemeinderat bedauert die Postschliessung natürlich.
Die Kommunikation und Information der Bevölkerung durch die Post und die Gemeinde war stets gewährleistet und professionell. Mit einer Filiale mit Partner (Bäckerei Herrmann) in der künftigen Zentrumsüberbauung von Trübbach konnte eine gute Nachfolgelösung für die Zukunft präsentiert werden, damit die Bevölkerung vor Ort von den Postdienstleistungen profitieren kann. Bis die Zentrumsüberbauung realisiert ist, stehen der Bevölkerung die Filialen mit Partner in Azmoos, Oberschan und der Weite zur Verfügung. Zudem bietet die Post zusätzlich die kostenlose Dienstleistung «Bareinzahlung und -auszahlung am Domizil» an. Damit können die Einwohnerinnen und Einwohner von Trübbach ihre Einund Auszahlungen weiterhin mit Bargeld abwickeln – und zwar direkt beim Pöstler an der Haustüre.

Wie und wo verbringen Sie gerne Ihre Freizeit in der Gemeinde?

Welcher ist Ihr Geheimtipp? Wir haben in der Gemeinde Wartau viele wunderschöne Orte und Plätze. Ich bin daher überzeugt, dass die gesamte Gemeinde Wartau ein Geheimtipp für Biker, Wanderer und Erholungssuchende ist.

(um)

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