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Fabio Zingg ist auf Instagram mit dem Handle @_fabiozingg unterwegs. (Foto: ZVG)
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Schweiz|27.09.2019 (Aktualisiert am 27.09.19 08:40)

Fabio Zingg: «Ich versuche, immer besser zu werden und interessante Perspektiven zu bieten»

Fabio Zingg ist der erste Schweizer, dessen Fotos es auch schon in die Story des offiziellen Instagram Accounts geschafft haben. Der 19-jährige Thurgauer zählt zu einem der grössten jungen Schweizer Influencer, wie erst kürzlich aus einer Studie des UNICEF hervoging. Im «fritig»-Interview erzählt er von seiner Naturliebe und welche Geschichte er mit seinen Bildern erzählen will.

Fabio Zingg ist auf Instagram mit dem Handle @_fabiozingg unterwegs. (Foto: ZVG)

Fabio Zingg ist der erste Schweizer, dessen Fotos es auch schon in die Story des offiziellen Instagram Accounts geschafft haben. Der 19-jährige Thurgauer zählt zu einem der grössten jungen Schweizer Influencer, wie erst kürzlich aus einer Studie des UNICEF hervoging. Im «fritig»-Interview erzählt er von seiner Naturliebe und welche Geschichte er mit seinen Bildern erzählen will.

Du erreichst mit deinen Beiträgen auf Instagram sehr viele Menschen, wie hat das alles begonnen?

Fabio Zingg: Es hat eigentlich damit begonnen, dass ich damit aufgehört habe, Musik zu machen. Am Anfang meiner Lehrzeit verbrachte ich immer mehr Zeit in der Natur und irgendwann habe ich auch meine Kamera mitgenommen. Durch die Liebe zur Natur habe ich dann angefangen, die Bilder auch hochzuladen und so hat es sich dann immer weiterentwickelt. In meinem ersten Lehrjahr gewann ich eine Reise nach Amerika und Kanada, dort sind dann sehr viele Bilder entstanden.

Wenn man sich deinen Account ansieht, hast du in der Zwischenzeit viele weitere Länder bereist, welches Land steht als Nächstes auf deiner Liste?

Ich würde gerne nach Kamtschatka reisen, das ist eine Halbinsel in Russland mit etwa vierzig aktiven Vulkanen. Da gibt es viele wilde Tiere, unter anderem die grösste Population von Grizzlybären. Da würde ich schon sehr gerne hingehen, ich hoffe, das ergibt sich im nächsten September.

Als Natur- und Landschaftsfotograf ist die unberührte Natur auch deine finanzielle Lebensgrundlage. Welchen Stellenwert hat der Umweltschutz in deiner Arbeit und deinem Leben?

Das ist mir sehr wichtig. Ich versuche, nicht allzu viel zu fliegen. Dieses Jahr bin ich nur viermal geflogen, ich nehme im Ausland deswegen auch nur die wirklich besten Angebote an. Ich bewege mich vielmehr im nahen Ausland etwa in Österreich, Frankreich oder Italien und reise da mit dem Auto umher. In meiner Instagram-Story hebe ich relevante Artikel zum Umweltschutz auch hervor, um meine Abonnenten zu informieren, damit sie auch wissen, was sie dagegen tun können. Ich bin auch in einem Kollektiv, das sich «The Alpinists» nennt und da haben wir am 6. Oktober ein Gletscherevent geplant mit einem Glaziologen und dem Verein Bernina Glaciers zusammen. Da haben wir Influencer und Interessierte Menschen eingeladen, um zusammen auf einen Gletscher zu gehen, dort werden wir die Probleme mit den Gletschern in der Schweiz und die wichtigsten Punkte der Klimaerwärmung thematisieren.

«Ich konnte schon viele Orte bereisen, indem ich mit dem Tourismus zusammen gearbeitet habe und meine Bilder als Werbung für die Region und das Land verwendet wurden.»

Du bist ja teilweise sehr lange unterwegs, wie viel schleppst du bei so einer Tour mit?

Es ist eigentlich fast immer ein siebzig-Liter-Rucksack mit sehr viel und schwerem Gepäck mit Essen, Zelt, Schlafsack, einer Drohne mit sechs bis sieben Akkus und zwei Kameras mit vier Objektiven und noch etwa drei Liter Wasser, da kommen schon etwa 25 Kilo zusammen. Je nach Wanderung ist das dann schon recht anstrengend, manchmal wandert man dann für einen Weg schon bis zu sechs Stunden.

Du fotografierst jetzt seit vier Jahren. Hast du auch Vorbilder?

Ja, ich habe schon Vorbilder, vor allem Wildlife- und Naturfotografen, die auch etwas dazu beitragen, dass gewisse Projekte verwirklicht werden können. Die den Menschen die Natur näherbringen, aber gleichzeitig auch verdeutlichen, dass man die Natur nicht kaputt machen soll. Florian Schulz ist da schon eines dieser grossen Vorbilder, er macht immer wieder sehr gute Kampagnen, unter anderem gegen Donald Trump, bei denen er gewisse Regionen fotografiert, um den Amerikanern zu zeigen, wie schön eigentlich ihre Landschaft ist. Ich möchte in Zukunft schon mehr Kontext und vor allem auch Storytelling einbringen. Dabei etwas Gutes für die Welt zu tun, ist mein Ziel. Instagram ist vor ein paar Jahren aufgekommen und ich denke, es wird in ein paar Jahren auch wieder vorbei sein. Mir geht es nicht darum, ob ich berühmt bin sondern darum, Leute zu inspirieren auch etwas Gutes mit der Fotografie zu machen.

Welche Möglichkeiten haben sich dir denn schon durch deinen Instagram Account geboten?

Ich konnte schon viele Orte bereisen, indem ich mit dem Tourismus zusammen gearbeitet habe und meine Bilder als Werbung für die Region und das Land verwendet wurden. Das ist für mich ganz klar das Beste. Einfach so mal nach Peru oder Chile reisen und die Welt entdecken zu können. Sonst treffe ich viele Menschen und es ergeben sich auch sonst viele Möglichkeiten.

Dir wird also deine Reise finanziert und du verdienst dazu noch etwas?

Ja klar, seit einem Jahr bin ich jetzt selbstständig und sechzig Prozent meiner Einnahmen generiere ich durch Instagram mit Werbung, die restlichen vierzig verdiene ich beispielsweise über den Verkauf von Printabzügen und Fotoverkäufen für Webseiten.

«Ich finde es auch okay für den Tourismus und Marken, die für mich authentisch sind, Werbung zu machen.»

Achtest du auch aktiv darauf, dass die Produkte, die du bewirbst, deinen Wertvorstellungen entsprechen?

Das ist mir schon sehr wichtig, dass ich nur passende Sachen bewerbe. Bei Lifestyle-Influencern würde ich schon sagen, dass sie alles Mögliche bewerben und es kann authentisch wirken, bei mir ist das aber nicht der Fall und das möchte ich auch nicht.

Wie stehst du selbst dazu, als Influencer bezeichnet zu werden, man stellt sich da ja nicht unbedingt einen Fotografen darunter vor?

Ich finde den Begriff des Meinungsmachers auch besser. Ich sehe mich selbst als Natur- und Landschaftsfotograf, da ich aber mit diesem Begriff aufgewachsen bin und Instagram der Grund ist, warum mein Name in der Schweiz bekannter geworden ist, habe ich selbst mit der Bezeichnung kein Problem. Schliesslich hat es mir ja auch ermöglicht, so bekannt zu werden. Es gibt halt unterschiedliche Typen von Influencern, von mir kennt jetzt nicht jeder das Gesicht und das finde ich auch gut so. Ich finde es auch okay für den Tourismus und Marken, die für mich authentisch sind, Werbung zu machen.

(Foto: Fabio Zingg)

Du stellst nicht dich, sondern deine Fotografie auf deinem Account in den Vordergrund, wirst du trotzdem manchmal von Menschen angesprochen, die du nicht kennst?

Es passiert schon noch oft, wenn ich in St. Gallen ausgehe. Da kennen mich die Jugendlichen schon, weil halt auch darüber geredet wird. Was auch lustig ist, wenn ich am Seealpsee bin, werde ich eigentlich immer angesprochen. Da sind recht viel deutsche und Schweizer Touristen, es ist mittlerweile ein Instagram-Hotspot und unter Fotografen sehr beliebt.

Bei einer so grossen Reichweite sind aber auch nicht alle Kommentare positiv?

Es gibt zum Glück recht wenig Negatives. Viele folgen mir wegen der Natur und der schönen Landschaften und ich versuche ja auch. immer besser zu werden und interessante Perspektiven zu bieten, viel auch mit einer Drohne. Solange man die Regeln respektiert und nicht zur nahe an Tiere herangeht oder in verbotenen Zonen Drohnen fliegt, ist alles in Ordnung.

Wie viel Zeit verbringst du denn auf Instagram, das ist ja sozusagen ein Teil deines Arbeitsplatzes?

Ich würde sagen so ungefähr pro Tag drei Stunden auf Instagram, mit dem Bearbeiten von den Bildern kommen da schon sonst noch dreissig Stunden in der Woche zusammen. Als Instagramer muss man halt auch am Wochenende posten, deswegen kann ich auch die Wochentage nicht mehr so recht unterscheiden.

Gibt es denn Fotos, die besonders gut bei deinen Abonnenten ankommen?

Seit der neuen Anpassung des Algorithmus pusht Instagram Videos sehr. Wenn man also aktuell einen guten Clip hat, kommt das besser an, aber auch eine sehr spezielle Aufnahme eines Tieres kommt sehr gut an.

Verfolgst du eigentlich einen fixen Zeitplan, wie du deine Beiträge postest?

Nein, ich mache es davon abhängig, wie viel Zeit ich gerade für Instagram habe. Beim Reisen ist es ja dann auch manchmal so, dass ich gar kein Internet habe, wenn ich irgendwo bei einer Wanderung bin. Grundsätzlich poste ich täglich, aber wenn es mal nicht geht, dann kann es auch mal vier Tage Pause geben.

Dieser Artikel ist am 27. September im "fritig" erschienen. 

(lk)

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